Für das Unternehmen RCT Power GmbH aus Konstanz beginnt ein kritisches Kapitel. Das Amtsgericht Freiburg hat in dieser Woche ein vorläufiges Verfahren zur Regelung der Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Den Anstoß dazu gab die Geschäftsführerin Pei-Fen Hsiso, die erst im November 2025 die Unternehmensleitung übernommen hatte.
Als vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Jan Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner. Er übernimmt nun die vollständige Kontrolle über Bankkonten und offene Forderungen des Unternehmens. Die bisherige Führung verliert damit ihre Befugnis, über das Firmenvermögen zu verfügen. Die Löhne der Belegschaft sind vorerst durch das gesetzliche Insolvenzgeld abgesichert.
Bereits der Jahresabschluss aus dem Jahr 2024 deutete auf ernste Schwierigkeiten hin. Zu diesem Zeitpunkt türmten sich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf fast 61 Millionen Euro. Zwischen 2019 und 2023 hatte RCT Power noch Gewinne erzielt. Das Jahr 2024 beendete das Unternehmen erstmals mit einem Verlust.
Parallel dazu häuften sich zuletzt Beschwerden von Kunden. Das 2015 gegründete Unternehmen geriet offenbar in Rückstand beim Austausch und der Nachbesserung defekter Geräte. Auch mit Handelspartnern soll es zuletzt Spannungen gegeben haben, weil das Unternehmen offene Rechnungen nicht mehr begleichen konnte.
Dabei hatte RCT Power in der Branche lange einen guten Ruf genossen. Die Heimspeicher des Konstanzer Herstellers schnitten in unabhängigen Prüfungen regelmäßig gut ab. Neben Produkten für private Haushalte vertrieb das Unternehmen auch Batteriesysteme für gewerbliche Anwendungen. Noch auf der diesjährigen Fachmesse hatte RCT Power eine Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern Hyperstrong vereinbart. Ziel war der Ausbau von Produktionskapazitäten in Malaysia.
Ob das Unternehmen den Betrieb fortführen kann, entscheidet sich nun in den kommenden Wochen. Der vorläufige Verwalter prüft zunächst, welche Vermögenswerte vorhanden sind und ob eine Sanierung realistisch erscheint.
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