Mi.. Juli 22nd, 2026

Die Insolvenzwelle rollt weiter: Wenige Wochen nach dem Zusammenbruch des Braunschweiger Hofbrauhauses Wolters steht nun auch dessen Tochterunternehmen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung.

Das Amtsgericht Braunschweig ordnete am 3. Juli 2026 die vorläufige Vermögensverwaltung für die Colbitzer Heide-Brauerei GmbH an. Sämtliche Verfügungen des Unternehmens bedürfen seitdem der Zustimmung des eingesetzten Verwalters. Das sachsen-anhaltische Traditionsunternehmen mit Sitz in Colbitz, nördlich von Magdeburg, gerät damit in den Sog der finanziellen Schieflage seiner Braunschweiger Muttergesellschaft.

Gegründet im Jahr 1872, gilt Colbitzer in der Region als bekannte Marke. Wolters hatte die Brauerei 2013 vollständig übernommen, nachdem sie zuvor bereits eine erste Zahlungsunfähigkeit durchgestanden hatte. Das Bier entsteht zwar in der Magdeburger Börde, die Abfüllung und der Vertrieb laufen jedoch über den Standort Braunschweig.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Torsten Gutmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in Braunschweig. Gutmann kennt den Fall bereits aus nächster Nähe. Er hatte zuvor im Verfahren der Muttergesellschaft Wolters die Rolle des vorläufigen Sachwalters übernommen. Vertreten wird Colbitzer von Nils Handke, der gleichzeitig als Geschäftsführer des Hofbrauhauses Wolters fungiert.

Trotz wachsender finanzieller Probleme hatte sich der Bierabsatz von Colbitzer zuletzt positiv entwickelt und damit den allgemeinen Markttrend übertroffen. Dennoch kämpfte die Tochtergesellschaft seit Jahren mit strukturellen Finanzproblemen. Noch kurz nach Bekanntwerden der Wolters-Misere hatte das Unternehmen versichert, der Betrieb von Colbitzer laufe uneingeschränkt weiter und die Löhne der Belegschaft seien gesichert.

Wolters selbst hatte im Juni beim Amtsgericht Braunschweig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Als Gründe nannte das Unternehmen anhaltend schwachen Bierabsatz sowie stark gestiegene Produktions- und Energiekosten. Bereits im Mai hatte Wolters angekündigt, bis zu 30 Stellen abzubauen, das Exportgeschäft nahezu vollständig aufzugeben und den Fokus künftig auf das regionale Geschäft sowie alkoholfreie Getränke zu legen. Der laufende Braureibetrieb in Braunschweig soll trotz des Verfahrens fortgesetzt werden.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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