Sa.. Juli 4th, 2026

Innerhalb weniger Wochen ist ein ganzer Unternehmensverbund ins Wanken geraten. Nach der Baumarktkette und ihrer österreichischen Schwestergesellschaft steht nun auch der dritte Teil der Gruppe vor einem wirtschaftlichen Neuanfang unter Aufsicht.

Die Gartencenter Augsburg GmbH beantragte am 30. Juni beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Unternehmen betreibt sieben Märkte im Ruhrgebiet und beschäftigt rund 360 Menschen. Bereits seit 2013 gehört es zur Hellweg-Gruppe, die selbst bereits zahlungsunfähig ist.

Für die Gartencenter-Gesellschaft ist es der zweite Gang vor das Insolvenzgericht. Im selben Jahr, in dem sie zur Hellweg-Gruppe stieß, hatte sie bereits ein solches Verfahren durchlaufen. Hellweg übernahm den Betrieb damals unmittelbar aus eben dieser Situation heraus.

Nun sind es wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die dem Unternehmen das Genick brechen. Gestiegene Einkaufspreise, höhere Mieten und eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Bevölkerung haben die Lage unlösbar gemacht. Hinzu kommen weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen. Die Standorte in Schwerte, Castrop-Rauxel, Hagen, Unna, Bochum, Krefeld und Iserlohn bleiben vorerst geöffnet.

Die Gehälter der Belegschaft sind für die nächsten drei Monate gesichert. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt diese Zahlung über das sogenannte Insolvenzausfallgeld.

Das Amtsgericht bestellte Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL zum vorläufigen Sachwalter. Er begleitet damit bereits das dritte Verfahren innerhalb der Gruppe. Die Geschäftsführung bleibt handlungsfähig und wird von Restrukturierungsfachleuten der Kanzlei Görg unterstützt.

Bis Ende August will das Unternehmen einen Käufer oder Investor gefunden haben. Ein beteiligter Rechtsanwalt kündigte an, einen strukturierten Prozess zur Suche nach einem Kapitalgeber umgehend einzuleiten.

Bemerkenswert: Noch am 18. Juni hatte ein Sprecher der Hellweg-Gruppe öffentlich erklärt, Gartencenter Augsburg befinde sich nicht in einem solchen Verfahren. Zwölf Tage später stellte das Unternehmen den Antrag auf Eröffnung der Zahlungsunfähigkeit. Das 1965 gegründete Unternehmen blickt damit auf eine bewegte Geschichte zurück.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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