Fr.. Juni 19th, 2026

Ein Unternehmen mit mehr als 55 Jahren Geschichte ist gescheitert. Die Abitzsch Präzisionsnormteile GmbH aus Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis hat ihren Geschäftsbetrieb vollständig aufgegeben. 16 Beschäftigte verloren damit ihren Arbeitsplatz.

Bereits im März hatte das Amtsgericht Villingen-Schwenningen das vorläufige Verfahren zur Prüfung der Zahlungsunfähigkeit eingeleitet. Boris Sakowski von der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger übernahm die Rolle des Verwalters. Am 1. Mai eröffnete das Gericht dann das reguläre Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Sakowski stellte daraufhin den Betrieb sofort ein.

Nur vier Tage nach Verfahrenseröffnung meldete der Verwalter sogenannte Massenunzulänglichkeit an. Das bedeutet: Die gesamten verwertbaren Vermögenswerte des Unternehmens reichen nicht einmal aus, um die Verfahrenskosten zu begleichen. Eine Sanierung oder Fortführung war damit ausgeschlossen.

13 Mitarbeiter am deutschen Standort sowie drei weitere Beschäftigte in Rumänien erhielten mit sofortiger Wirkung die Kündigung. Das Unternehmen war seit 1969 als Grosshändler tätig und belieferte Abnehmer aus der Medizintechnik sowie dem Maschinen und Vorrichtungsbau mit Präzisionsnormteilen und Werkzeugen.

Bemerkenswert ist der zeitliche Abstand zur letzten grossen Investition. Noch 2016 steckte das Unternehmen rund 1,2 Millionen Euro in einen Neubau am Firmensitz in Bad Dürrheim. Für einen Betrieb dieser Grösse war das ein erheblicher finanzieller Kraftakt. Offizielle Angaben zu den Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage machte der Verwalter nicht.

Bad Dürrheim verliert damit einen seit Jahrzehnten ansässigen Industriebetrieb. Für die betroffenen Beschäftigten beginnt nun die Suche nach einer neuen Anstellung.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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