Das niederösterreichische Unternehmen Ing. H. Gradwohl GmbH aus Melk steckt erneut in der Krise. Der Betrieb hat seine Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Besonders brisant: Erst 2023 war ein früheres Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen worden.
Das Unternehmen existiert seit 1980 und ist in den Bereichen Druckerei und Kunststoffverarbeitung tätig. Die Produktion verteilt sich auf zwei Werke in Melk sowie einen weiteren Standort in Wimpassing an der Pielach. Aktuell sind 160 Beschäftigte betroffen, darunter fünf Lehrlinge. Löhne und Gehälter wurden zuletzt nur bis Ende April ausgezahlt. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro.
Als Ursachen für die erneute Schieflage nennt das Unternehmen veränderte Marktbedingungen sowie geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Irankonflikt. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten durch Lohnerhöhungen, die die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet haben sollen.
Den Gläubigern wird eine Sanierungsquote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren. Dieser Wert entspricht der gesetzlichen Mindestquote. Die notwendigen Mittel sollen durch den laufenden Betrieb erwirtschaftet werden. Begleitend sind Restrukturierungsmaßnahmen geplant. Ob das Angebot realistisch und ausreichend ist, prüft derzeit der Kreditschutzverband KSV1870.
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