Am Großen Schauener See im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree kämpft ein Betrieb mit langer Geschichte ums Überleben. Das Naturgut Köllnitz, das auf eine mehr als 800-jährige Tradition zurückblickt, hat beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) Insolvenz angemeldet. 19 Beschäftigte sind von der Pleite betroffen.
Zum Betrieb gehören neben der Fischerei auch ein Restaurant, eine Räucherei, ein Hofladen sowie ein kleines Hotel. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für frischen Fisch aus dem nahegelegenen See sowie für traditionell geräucherte Spezialitäten. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jörg Wenzel eingesetzt.
Wenzel gibt sich optimistisch: Der Betrieb laufe weiter, geplante Veranstaltungen würden wie vorgesehen stattfinden. Zudem hätten sich bereits mehrere potenzielle Käufer gemeldet, Gespräche seien im Gange. Ziel sei es, die Arbeitsplatze zu sichern und das Unternehmen in neue Hände zu übergeben. Der Insolvenzverwalter lobte ausdrücklich die Belegschaft: Eine engagierte Gemeinschaft mit außergewöhnlichem Fachwissen stehe hinter dem Betrieb.
Als Ursachen für die finanzielle Schieflage gelten die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie, die den Gastronomiebetrieb schwer getroffen haben, sowie stark gestiegene Kosten für Energie und Lebensmittel. Damit steht das Naturgut Köllnitz stellvertretend für eine Entwicklung, die zunehmend auch andere Unternehmen der Lebensmittel- und Gastronomiebranche erfasst. Steigende Betriebskosten und eine zurückhaltende Verbrauchernachfrage bringen immer mehr Betriebe in wirtschaftliche Bedrängnis.
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