Fr. 10. Apr.. 2026

Rolf Kern und Gabi Kohler gründeten Marasu’s Petit Fours 1986 als Spezialisten für hochwertige Pralinen. Jahrzehntelang belieferte das Unternehmen renommierte Londoner Kaufhäuser wie Harrods, Selfridges und Fortnum & Mason. Nach der Übernahme der Marke Prestat im Jahr 2006 avancierte der Betrieb zum größten Luxuspralinenerzeuger der britischen Hauptstadt mit einer Jahresproduktion von rund 300 Tonnen. Nun ist das Unternehmen zahlungsunfähig.

Am 6. Februar setzten die Eigentümer die Restrukturierungsexperten Alessandro Sidoli und Jessica Barker von Xeinadin Corporate Recovery als gemeinsame Verwalter ein. Als Hauptursache für die finanzielle Schieflage gelten explodierte Kakaopreise sowie massive Ernteausfälle in Ghana und der Elfenbeinküste. Beide Länder verantworten zusammen etwa 60 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion, leiden aber zunehmend unter Pflanzenkrankheiten, Überschwemmungen und anhaltender Dürre.

Auch die übernommene Marke Prestat steckt in der Insolvenz. Das 1902 gegründete Traditionsunternehmen, das einst zwei königliche Hoflieferantenwürden innehatte, schloss im Februar sein traditionsreiches Geschäft an der Londoner Piccadilly. Der Laden gilt als Vorlage für den fiktiven Süßwarenladen in Roald Dahls Roman „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Den Onlineverkauf führt Prestat trotz des laufenden Verfahrens fort.

Für Prestat zeichnet sich eine Lösung ab. Im Rahmen eines vorinsolvenzlich vorbereiteten Unternehmensverkaufs, einer sogenannten Prepack-Insolvenz, soll der Schokoladenhersteller L’Artisan du Chocolat, der zur Beteiligungsgesellschaft Polus Capital Management gehört, die Marke übernehmen.

Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.

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