Der estnische E-Bike-Hersteller Ampler Bikes ist zahlungsunfähig. Das 2016 gegründete Unternehmen hatte sich mit schlicht gestalteten Elektrofahrrädern und einem konsequenten Direktvertriebsmodell einen Namen gemacht – nun folgt der Absturz.
Auslöser der Insolvenz war ein langfristiger Mietvertrag für einen Showroom in Berlin. Den Angaben eines Vorstandsmitglieds zufolge schloss Ampler die Vereinbarung 2021 mit einer Laufzeit von zehn Jahren ab. Rückblickend erwies sich das Engagement als zu kostspielig. Als das Unternehmen aus dem Vertrag aussteigen wollte, forderte der Vermieter eine Strafzahlung von 1,2 Millionen Euro. Diese Forderung machte es nahezu unmöglich, neue Geldgeber zu finden.
Der Insolvenzantrag wurde beim zuständigen Bezirksgericht in Estland eingereicht. Im Zuge des Verfahrens sollen alle 50 Beschäftigten ihre Stellen verlieren. Angaben zur Gesamthöhe der Schulden blieben zunächst aus.
Die Insolvenz beschränkt sich nicht auf das Mutterunternehmen. Die deutsche Tochtergesellschaft hatte bereits zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt, die Schweizer Niederlassung soll in Kürze folgen. Damit bricht das gesamte europäische Konstrukt zusammen.
Besonders bitter: Noch im März dieses Jahres wurde Ampler mit dem German Design Award 2026 in der Kategorie Fahrräder und E-Bikes ausgezeichnet. Der Preis kam zu einem Zeitpunkt, als die wirtschaftliche Schieflage offenbar bereits absehbar war.
Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.
