Der deutsche Spielwarenhandel steht weiter unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Nun hat auch die ROFU Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH diesen Schritt gehen müssen: Das familiengeführte Unternehmen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet, um seine wirtschaftliche Zukunft neu auszurichten.
Hintergrund sind mehrere Belastungsfaktoren, die sich zuletzt deutlich verstärkt haben. Ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft, eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher sowie spürbare Kostensteigerungen in nahezu allen Unternehmensbereichen führten zu finanziellen Engpässen. Zusätzlich hat sich der Wettbewerb im Spielwarenmarkt weiter verschärft.
Der Insolvenzantrag wurde beim zuständigen Amtsgericht eingereicht und das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren bereits angeordnet. Die Geschäftsführung bleibt damit handlungsfähig, wird jedoch von externen Sanierungsexperten begleitet. Eine vorläufige Sachwalterin überwacht den Prozess und stellt sicher, dass die Interessen der Gläubiger berücksichtigt werden. Ziel ist eine umfassende wirtschaftliche und organisatorische Neuausrichtung unter eigener Führung.
Für die Belegschaft gibt es zunächst Planungssicherheit. Die knapp 2.000 Mitarbeiter wurden über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter sind für einen Zeitraum von drei Monaten durch das Insolvenzgeld abgesichert. Ob und in welchem Umfang weitere Maßnahmen notwendig werden, hängt vom Verlauf der Sanierung ab.
ROFU Kinderland betreibt bundesweit 104 Fachmärkte in sieben Bundesländern und zählt damit zu den großen Anbietern im deutschen Spielwarenhandel. Das Sortiment umfasst neben klassischen Spielwaren auch Babyartikel, Kinderbücher, Schulbedarf, Bastelmaterialien, Gesellschaftsspiele sowie saisonale Produkte. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist das Unternehmen fest im Markt etabliert, insbesondere im südwestdeutschen Raum.
Der Geschäftsbetrieb wird vorerst ohne Einschränkungen fortgeführt. Sämtliche Filialen bleiben geöffnet, auch der Onlinehandel läuft unverändert weiter. Parallel dazu führt das Unternehmen Gespräche mit Lieferanten und Geschäftspartnern. Bereits erarbeitete Sanierungsansätze sollen nun konsequent umgesetzt und weiterentwickelt werden.
Ob die Neuausrichtung gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Das Eigenverwaltungsverfahren soll die Grundlage dafür schaffen, ROFU Kinderland an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und langfristig zu stabilisieren.