Die ARB Kino GmbH, ein Betreiber mehrerer Lichtspielhäuser und gastronomischer Einrichtungen in Augsburg, hat beim Amtsgericht Augsburg einen Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens eingereicht. Das Gericht hat dem Ersuchen stattgegeben und Christian Plail von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz Restrukturierung zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt.
Kontinuität im Geschäftsbetrieb gesichert
Trotz der wirtschaftlichen Schieflage wird der Betrieb unverändert fortgeführt. Filmvorführungen, bereits vereinbarte Veranstaltungen sowie Feierlichkeiten im zugehörigen Café Thalia finden wie geplant statt. Das Unternehmen, zu dem das Thalia-Kino, das Mephisto-Kino, das im Umbau befindliche Savoy-Kino, die Gastronomie Reesepark sowie die saisonale Freiluftkino-Reihe Lechflimmern gehören, hält seine Angebote aufrecht.
Ursachen und Sanierungsstrategie
Die finanzielle Notlage ist laut Angaben des Unternehmens auf eine Kombination widriger Umstände zurückzuführen. Die Probleme begannen bereits mit dem aufwendigen Umbau des Savoy-Kinos vor der COVID-19-Pandemie, bei dem die Baukosten stark anstiegen. Die Pandemie selbst führte zu Verzögerungen bei der Eröffnung, wodurch geplante Einnahmen ausfielen. Zusätzlich belasten die anhaltende Besucherzurückhaltung und der verstärkte Wettbewerb durch Streamingdienste das traditionelle Kinogeschäft nachhaltig.
Der Fokus des vorläufigen Insolvenzverwalters liegt auf der Stabilisierung der Unternehmensgruppe und der Prüfung von Sanierungsoptionen. Die Löhne und Gehälter der 70 Beschäftigten sind für die ersten Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Parallel dazu hat die Suche nach potenziellen Investoren begonnen, um eine tragfähige Fortführungslösung zu erarbeiten. Erste Gespräche mit Geschäftspartnern wurden bereits aufgenommen und sollen in Kürze intensiviert werden