Der Maschinenbauer ENGMATEC GmbH aus Radolfzell am Bodensee steckt in der Krise. Das Unternehmen hat beim zuständigen Amtsgericht Konstanz einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht ordnete das Verfahren an und bestellte Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung von der Kanzlei SZA zum zusätzlichen Geschäftsführer. Er soll die bestehende Unternehmensleitung bei der Sanierung unterstützen. Als Sachwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von Grub Brugger eingesetzt.
ENGMATEC wurde 1994 zunächst als Hersteller von Prüfadaptern für Mobiltelefone und schnurlose Telefone gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen zu einem Spezialisten für Prüfgeräte und Montageanlagen im Bereich elektronischer Baugruppen. Was einst ein kleiner Betrieb mit 14 Beschäftigten war, ist heute ein Unternehmen mit rund 150 Mitarbeitern am Hauptsitz in Radolfzell. Deren Vergütung ist durch das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert. Der laufende Geschäftsbetrieb wird während des Verfahrens fortgeführt.
Als Ursache der Krise nennt das Unternehmen die schwierige Konjunkturlage. Auftraggeber reduzierten Projektvolumen oder sagten geplante Vorhaben ganz ab. Gleichzeitig nahm der internationale Wettbewerb erheblich an Schärfe zu. Geschäftsführer Peter Sauter, der die operative Leitung weiterhin innehat, will das Unternehmen gemeinsam mit dem Sanierungsexperten Hornung neu ausrichten.
ENGMATEC betreibt neben dem Hauptsitz in Radolfzell auch eine Tochtergesellschaft in Rumänien. Dort fertigen rund 27 Mitarbeiter Einzelkomponenten, die anschließend nach Deutschland geliefert werden. Diese Gesellschaft ist von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen. ENGMATEC gehört zur Schauenburg International Gruppe, einer Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Mühlhausen an der Ruhr.
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