Sa. 18. Apr.. 2026

Das Fliesenwerk im sächsischen Leisnig kämpft ums Überleben. Die Panariagroup Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Chemnitz einen Insolvenzantrag gestellt und sucht nun einen Investor, der das Unternehmen übernimmt. Rund 230 Beschäftigte sind von der Krise betroffen.

Kaum drei Jahre nach einem Neustart steht der Betrieb erneut vor massiven Problemen. Als Hauptursachen nannte der vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Christian Heintze die anhaltend schwache Baukonjunktur sowie hohe Energiekosten. Beide Faktoren hätten das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage gebracht, aus der es sich nun durch ein geregeltes Insolvenzverfahren befreien will.

Heintze betonte, dass der laufende Betrieb an allen Standorten uneingeschränkt fortgeführt werde. Aufträge würden weiterhin produziert und termingerecht geliefert. Die Suche nach einem strategischen Partner sei bereits vor dem Insolvenzantrag angelaufen, sodass eine wichtige Grundlage für die angestrebte Sanierung geschaffen worden sei. Ziel sei es, die begonnene Restrukturierung erfolgreich abzuschließen.

Neben dem Hauptwerk in Leisnig unterhält das Unternehmen noch Standorte in Mühlacker bei Karlsruhe sowie in Bremen. Die Belegschaft soll kurzfristig in einer Betriebsversammlung über die aktuelle Lage und die nächsten Schritte informiert werden. Löhne und Gehälter sind durch Insolvenzgeld bis Ende Juni abgesichert.

Das Werk in Leisnig gehört zu den größten und modernsten Fliesenproduktionsstätten in Deutschland. Auf einem rund 16 Hektar großen Gelände werden dort seit 1997 Boden und Wandbeläge für den europäischen Markt hergestellt. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei 6,2 Millionen Quadratmetern.

Die Panariagroup Deutschland GmbH ist seit 2024 Teil des italienischen Konzerns Panariagroup Industrie Ceramiche, der seinen Sitz in der Nähe von Bologna hat und weltweit mehr als 1800 Mitarbeiter beschäftigt.

Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.

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