Gleich zwei Karlsruher Träger von Kindertageseinrichtungen haben beim Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Die Pro-Liberis gGmbH und die Lenitas gemeinnützige GmbH betreiben zusammen 29 Kitas im süddeutschen Raum und beschäftigen rund 600 Mitarbeiter. Etwa 1.400 Kinder sind von der Entwicklung betroffen.
Die Ursachen der finanziellen Schieflage liegen laut den Unternehmen in deutlich gestiegenen Energie und Materialkosten sowie in einem von den Kommunen geforderten Wachstum. Da die Einnahmen nicht in gleichem Maß gestiegen sind, entstand eine Liquiditätslücke, die die Träger nicht aus eigener Kraft schließen konnten. Bereits im Januar waren die Gehälter der Belegschaft nicht mehr ohne externe Hilfe zu finanzieren.
Pro-Liberis unterhält 20 der betroffenen Kitas und beschäftigt 447 Mitarbeiter, Lenitas betreibt neun Einrichtungen mit 170 Beschäftigten. Das Amtsgericht bestellte Holger Blümle als vorläufigen Insolvenzverwalter für Lenitas sowie Jürgen Erbe für Pro-Liberis. Beide gehören dem Beratungshaus Schultze und Braun an.
Durch die Insolvenzanmeldung sind die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter vorerst über das Insolvenzgeld bis Ende März abgesichert. Die Insolvenzverwalter bezeichnen diesen Zeitraum ausdrücklich als Chance zur Neuausrichtung. Ziel sei es, beide Unternehmen strukturell zu stabilisieren und langfristig tragfähig aufzustellen.
Der Betrieb in allen Einrichtungen läuft unterdessen weiter. Eltern, Kinder und Mitarbeiter sollen regelmäßig über den Fortgang des Verfahrens informiert werden. Geschäftsführer und Gründer Peer Giemsch betonte die Bedeutung eines engen Austauschs mit allen Beteiligten, da die Unsicherheit für Eltern wie Beschäftigte gleichermaßen belastend sei. Ergänzend hat der Gesamtelternbeirat eine Informationsseite mit häufig gestellten Fragen zur Insolvenz eingerichtet.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.
