Mehr als ein Jahrhundert Unternehmensgeschichte steht auf dem Spiel: Die Heinz Gothe GmbH & Co. KG aus Mönchengladbach ringt ums Überleben. 100 Beschäftigte wissen derzeit nicht, wie es mit ihrem Arbeitsplatz weitergeht.
Das Amtsgericht ordnete zum 1. Juli die vorläufige Verwaltung des Firmenvermögens an. Damit beginnt offiziell das Verfahren zur Klärung der Zahlungsunfähigkeit des Mönchengladbacher Betriebs. Rechtsanwalt Martin Georg Kirchner übernimmt die Rolle des vorläufigen Verwalters.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen weit zurück. Im Jahr 1920 nahm die Firma als Kupferschmiede ihren Betrieb auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg vollzog sie einen Wandel und spezialisierte sich ab 1945 auf die Fertigung von Rohren und Behältern aus Edelstahl. Jahrzehntelang baute das Familienunternehmen in diesem Bereich ein beträchtliches Fachwissen auf.
Doch ein Bündel wirtschaftlicher Belastungen brachte den Betrieb schließlich in die Bredouille. Kirchner nennt mehrere Ursachen: anhaltend schwierige Bedingungen auf dem Markt für Metallverarbeitung, massiv gestiegene Kosten für Material und Energie sowie wachsender Druck durch internationale Konkurrenz. Das Zusammenspiel dieser Faktoren erwies sich als zu schwer.
Für die Belegschaft gibt es zunächst eine gewisse Absicherung. Die Löhne und Gehälter der 100 Mitarbeiter sind für den gesetzlich vorgesehenen Zeitraum durch das Insolvenzgeld gesichert. Ob darüber hinaus Einschnitte beim Personal unvermeidlich werden, lässt Kirchner offen. Die weitere Entwicklung des Verfahrens werde das zeigen.
Der Verwalter nahm unmittelbar nach seiner Bestellung Kontakt zur Geschäftsleitung und zum Betriebsrat auf. Gemeinsam mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss prüft er nun alle Wege zu einer dauerhaften Rettung des Betriebs. Das erklärte Ziel lautet, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und das vorhandene Fachwissen im Unternehmen zu bewahren.
Der Zeitplan für das Verfahren steht grob fest. Kirchner rechnet damit, dass der gesamte Sanierungs und Restrukturierungsprozess sechs bis acht Monate in Anspruch nehmen wird. Ob am Ende eine Rettung des Traditionsbetriebs steht, bleibt vorerst ungewiss.
Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.
