Der Wunderstoff steckt in Sportkleidung, Bademode und Unterwäsche – und sorgt dafür, dass Textilien elastisch bleiben und ihre Form behalten. Nun kämpft ausgerechnet der bekannteste Hersteller dieses Materials ums Überleben. The Lycra Company hat in den USA Insolvenz angemeldet.
Lycra ist ein Markenname für Elastan, international auch als Spandex bekannt. Die synthetische Faser wurde 1958 vom US-Chemiekonzern DuPont entwickelt und ist heute aus der Textilindustrie nicht mehr wegzudenken. Besonders im Radsport gehören eng anliegende Lycra-Produkte zur Standardausrüstung.
Mehrere Faktoren haben das Unternehmen in die Krise getrieben. Die Nachfrage ist gesunken, asiatische Konkurrenten drücken mit günstigeren Preisen auf den Markt, und Unsicherheiten durch Handelszölle belasten das Geschäft zusätzlich. Verschärft wurde die Lage durch hohe Schulden, die aus früheren Eigentümerwechseln resultierten. Ende vergangenen Jahres waren die acht Produktionsanlagen des Unternehmens nur noch zu rund 60 Prozent ausgelastet.
Das Insolvenzverfahren soll jedoch kein Abwicklungsprozess sein, sondern eine Chance zur Neuaufstellung. Bereits vor dem offiziellen Antrag hat sich Lycra mit den wichtigsten Gläubigern auf einen Sanierungsplan verständigt. Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar sollen gestrichen werden. Zusätzlich ist frisches Kapital von mehr als 75 Millionen US-Dollar vorgesehen. Das Unternehmen plant, das Verfahren innerhalb von 45 Tagen abzuschließen.
Für die rund 2000 Beschäftigten soll sich trotz der Insolvenz nichts ändern. Der laufende Betrieb wird fortgeführt, die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Es ist nicht das erste Mal, dass Lycra in solche Schwierigkeiten gerät. Bereits vor vier Jahren verlor das Unternehmen die Kontrolle an seine Gläubiger. Trotz der wiederholten Krise gilt Lycra nach wie vor als einer der führenden Anbieter von Elastanfasern weltweit und bleibt ein fester Bestandteil der globalen Textilindustrie.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.