Der belgische Chemiekonzern DOMOS hat für drei seiner deutschen Niederlassungen Insolvenz angemeldet. Betroffen sind die Firmen DOMO Chemicals, DOMO Caproleuna und DOMO Engineering Plastics mit insgesamt mehr als 500 Beschäftigten. Die beiden erstgenannten Unternehmen produzieren im Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt.
Finanzielle Probleme der Muttergesellschaft
Die Schieflage der in Gent ansässigen Konzernmutter hat die Krise ausgelöst. Der Mutterkonzern kämpft mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich auf die deutschen Tochterunternehmen übertragen haben. Verschärft wird die Situation durch gestiegene Produktionskosten bei gleichzeitig schwacher Nachfrage nach Chemieprodukten.
Branchenkrise verschärft die Lage
Die gesamte deutsche Chemiebranche durchlebt schwere Zeiten. Zwischen Januar und August 2025 verzeichnete der Sektor einen Umsatzrückgang von nahezu drei Prozent. Branchenvertreter rechnen auch für 2026 mit weiteren Umsatzeinbußen. Besonders problematisch ist die enge Verflechtung mit der kriselnden Automobilindustrie, einem wichtigen Abnehmer chemischer Erzeugnisse. DOMOS stellt Spezialkunststoffe, Polymere und Fasern her, die hauptsächlich in der Fahrzeugproduktion Verwendung finden.
Ungewisse Zukunft für Belegschaft
Das Insolvenzgeld garantiert den Angestellten zunächst drei Monate ihre Bezüge. Wie es danach weitergeht, bleibt offen. Verschiedene Lösungsansätze werden derzeit diskutiert: Eine Einigung mit den Gläubigern könnte einen Weg aus der Krise weisen. Parallel prüft man die Gewinnung neuer Kapitalgeber. Trotz der angespannten Lage produzieren die Werke weiter.
Regionale Bedeutung
Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat Unterstützung zugesagt. Die Chemieindustrie bildet einen tragenden Pfeiler der regionalen Wirtschaftsstruktur und genießt internationale Reputation. Der Verlust der Arbeitsplätze würde die Region erheblich treffen und hätte weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen für Sachsen-Anhalt.