Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa aus Zeitz hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen leidet unter rückläufigen Verkaufszahlen und wachsendem Kostendruck. Als wesentlicher Faktor gilt der anhaltende Geburtenrückgang, der die Nachfrage nach Kinderwagen spürbar dämpft. Die Geschäftsführung will die Insolvenz nutzen, um das Unternehmen grundlegend neu auszurichten, und sucht gezielt nach Investoren, unter anderem für den Aufbau eines Onlinehandels.
Trotz der Zahlungsunfähigkeit wird der Betrieb vorerst fortgesetzt. Vertrieb und Produktentwicklung sind im burgenländischen Kretzschau angesiedelt, während die eigentliche Fertigung überwiegend in Osteuropa stattfindet. Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch sechs Mitarbeiter.
Die Stadt Zeitz verfolgt die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Oberbürgermeister Christian Thieme betonte, Zekiwa sei eng mit der Stadtgeschichte verknüpft. Sein erklärtes Ziel ist es, sowohl den Geschäftsbetrieb als auch die Marke zu erhalten.
Der Blick zurück zeigt, welche Bedeutung Zekiwa einst hatte. Zu DDR-Zeiten galt das Unternehmen als größter Kinderwagenhersteller Europas. Jährlich verließen rund 450.000 Wagen das Werk, und kaum ein ostdeutsches Kind wuchs ohne einen Zekiwa auf. Ob die Marke an diese Geschichte anknüpfen kann, hängt nun davon ab, ob sich geeignete Investoren finden.
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