Das österreichische Biotechnologieunternehmen Marinomed Biotech AG aus Korneuburg steckt tief in der Krise. Nur zwei Jahre nach einer ersten Zahlungsunfähigkeit hat das Forschungsunternehmen erneut den Weg zum Gericht gefunden.
Das Landesgericht Korneuburg hat ein Sanierungsverfahren eröffnet. Zum Zeitpunkt der Antragstellung beschäftigt das Unternehmen 30 Mitarbeiter. Deren Gehälter flossen nach eigenen Angaben bis einschließlich Juni 2026. Insgesamt 87 Gläubiger sind betroffen. Deren Gesamtforderungen belaufen sich auf rund 22,68 Millionen Euro.
Als Hauptauslöser der erneuten Zahlungsunfähigkeit nennt das Unternehmen das Ausbleiben vereinbarter Zahlungen aus dem Verkauf seines Carragelose-Geschäfts. Die Vertragsverhandlungen mit dem Käufer wurden kurzfristig abgebrochen. Damit fehlten genau jene Mittel, die zur Erfüllung des bereits gerichtlich bestätigten ersten Sanierungsplans eingeplant waren. Hinzu kommt der generell hohe Kapitalbedarf forschungsintensiver Biotechunternehmen.
Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Bereits 2024 war Marinomed zahlungsunfähig. Damals einigten sich Gläubiger und Unternehmen auf eine Begleichung von 30 Prozent der offenen Forderungen. Von dieser Quote zahlte Marinomed zwei Drittel, also 20 Prozentpunkte, tatsächlich aus. Damit tilgte das Unternehmen rechnerisch rund 66,67 Prozent der ursprünglichen Verbindlichkeiten. Die verbleibenden 33,33 Prozent der damaligen Forderungen leben nun im neuen Verfahren wieder auf.
Als verwertbare Vermögenswerte stehen dem Unternehmen Patente, Marken sowie eine Betriebsliegenschaft in Korneuburg zur Verfügung. Zusätzlich bestehen noch offene Ansprüche aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts. Ob und in welcher Höhe diese durchsetzbar sind, gilt als entscheidend für den weiteren Verfahrensverlauf.
Das Unternehmen strebt erneut eine Fortführung des Betriebs an. Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan mit einer Befriedigungsquote von 20 Prozent angeboten werden. Die dafür nötigen Mittel sollen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb, der weiteren Vermarktung bestehender Produkte, Umstrukturierungsmaßnahmen sowie der Durchsetzung offener Ansprüche stammen.
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