Vor 25 Jahren meisterte die Prinz-Mayweg-Gruppe bereits eine Zahlungsunfähigkeit erfolgreich. Nun steht das Unternehmen erneut vor dieser Bewährungsprobe – und die Belegschaft zeigt sich kämpferisch.

Am 10. September meldete der Südwestfälische Spezialhersteller für Präzisionsstahlrohre den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Betroffen sind vier deutsche Produktionsstandorte: Altena, Wickede, Werl und Werl-Westönnen. Zusätzlich geraten Werke in Tschechien und Portugal in den Strudel der Krise. Insgesamt bangen 310 Beschäftigte um ihre Stellen.

Als Ursache der finanziellen Schieflage gelten massiv gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. Dem Unternehmen fehlt schlicht das Kapital für laufende Einkäufe. Die Prinz-Mayweg-Gruppe fertigt Stahlrohre, die in Autositzen, Cockpitrahmen und Airbaghalterungen zum Einsatz kommen. Nahezu jeder Pkw trägt Bauteile des Altenaer Herstellers in sich.

Der eingesetzte Sachwalter Dominick Poster analysiert derzeit sämtliche Einnahmen, Ausgaben und Produktlinien des Betriebs. Er gibt sich optimistisch. Schon bald könne er einen Investor präsentieren, der Kapital in die Gruppe einbringe, erklärt er. Das Unternehmen verfüge über hochwertige Produkte und eine qualifizierte Belegschaft. Der Betrieb laufe währenddessen uneingeschränkt weiter. Die Versorgungsketten der Kunden sollen stabil bleiben.

In den Werkhallen selbst herrscht trotz der Hiobsbotschaft kein Resignationsstimmung. Mechatroniker Branimir Tomic arbeitet seit zwei Jahrzehnten für das Unternehmen. Er vertraut auf die Stärke des Betriebs und ist überzeugt, dass die Gruppe auch diese Krise übersteht.

Ursprünglich plante die Belegschaft für dieses Jahr ein Firmenjubiläum. Daraus wird vorerst nichts. Doch die Erfahrung von vor 25 Jahren gibt den Beschäftigten Rückhalt. Damals gelang die Sanierung. Diesmal soll es erneut gelingen.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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