Der nächste Dominostein in der Obrist-Gruppe ist gefallen. Die Obrist Engineering GmbH aus Lustenau in Vorarlberg hat beim Landesgericht Feldkirch die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. Das Gericht führt den Fall unter dem Aktenzeichen 13 S 75/26y. Betroffen sind 25 Dienstnehmer und 6 Gläubiger.
Bank zieht den Kredit nicht weiter
Auslöser war nach den vorliegenden Angaben eine Entscheidung der Hausbank. Sie verlängerte die Kreditlinie auf dem Kontokorrentkonto nicht über den 15. Oktober 2026 hinaus. Damit fehlte dem Unternehmen die laufende Finanzierung, und die Zahlungsunfähigkeit trat ein.
Hinzu kam die enge wirtschaftliche Verbindung zu anderen Gesellschaften der Gruppe. Zwei davon, die Obrist Powertrain GmbH und die Obrist Technologies GmbH, waren bereits pleite. Zwischen den Unternehmen liefen gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten, die Obrist Engineering zusätzlich belasteten.
Die Passiva belaufen sich auf rund 1,95 Millionen Euro. Fast die gesamte Summe entfällt auf Kredite.
Verfahren und Ausblick
Als Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Mag. Andreas Joel Droop. Er prüft nun vertieft, ob sich der Betrieb fortführen oder sanieren lässt. Ein Ergebnis liegt bislang nicht vor.
Für den 18. Januar 2027 um 9:00 Uhr hat das Landesgericht die Prüfungs- und Berichtstagsatzung angesetzt. Dort legt der Verwalter dar, wie es um das Unternehmen steht. Zudem werden die angemeldeten Forderungen der Gläubiger geprüft.
Für die Belegschaft hat das Verfahren eine unmittelbare Folge. Dienstnehmer, deren Löhne und Gehälter offen sind, können in Österreich Insolvenz-Entgelt beantragen. Es sichert ausstehende Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis ab.
Das Unternehmen und die Gruppe
Das Unternehmen gründete man 1996. Es arbeitet als technisches Entwicklungsbüro und entwirft Komponenten für den Fahrzeugbereich, für die Haustechnik und für Klimatisierung mit CO₂ als Kältemittel. Früher firmierte es als OE GmbH. Im September 2014 übernahm es den Geschäftsbetrieb der OET GmbH, die zuvor selbst Obrist Engineering GmbH hieß und im Firmenbuch unter FN 144006 z geführt wird.
Die Obrist-Gruppe entwickelt Technologien für Fahrzeuge und alternative Kraftstoffe. Obrist Powertrain arbeitete an Hybridantrieben, Obrist Technologies an der Herstellung von Methanol. Obrist Engineering lieferte Bauteile für Klimatisierung und Temperaturmanagement.
Das Konkursverfahren über die beiden genannten Gesellschaften und über die Obrist DE in Deutschland eröffnete das Gericht bereits Ende September 2026. Die Obrist Powertrain GmbH steht mit 18,9 Millionen Euro in der Kreide, die Obrist Technologies GmbH mit 6,1 Millionen Euro. Bei der Obrist DE belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 6,8 Millionen Euro. In diesen drei Gesellschaften sind zusammen 14 Beschäftigte betroffen.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
