Das Münchner Startup FarmInsect, spezialisiert auf die Zucht von Insekten als Tierfuttermittel, steckt in der Krise. Das Unternehmen mit Sitz in Bergkirchen hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor eingesetzt.
Trotz des Verfahrens läuft der Betrieb vorerst weiter. Alle vier aktiven Farmstandorte sind davon unberührt, und auch die Kunden müssen sich zunächst keine Sorgen machen. Die Löhne der Belegschaft sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für die kommenden Monate gesichert. Parallel dazu laufen Verhandlungen mit Kunden, Lieferanten und Geldgebern, um das Unternehmen zu stabilisieren.
Drei Faktoren haben laut Insolvenzverwalter zur Schieflage geführt. Erstens belastet das schwierige Marktumfeld das Geschäftsmodell erheblich: Die derzeit niedrigen Preise für Soja und Fischmehl machen es FarmInsect schwer, wettbewerbsfähig zu bleiben, da Insektenmehl als Futteralternative teurer in der Herstellung ist. Zweitens drückten hohe Produktionskosten auf die Bilanz, weshalb das Unternehmen bereits Ende 2024 intern gegensteuerte und Sparmaßnahmen einleitete. Drittens war ein verzögerter Kapitalabruf der unmittelbare Auslöser für den Insolvenzantrag. Eine fest zugesagte Finanzierungstranche wurde nicht rechtzeitig ausgezahlt, was eine Liquiditätslücke riss, die das Unternehmen nicht aus eigener Kraft schließen konnte.
Ziel des Verfahrens ist eine schnelle Sanierung. Bis Mai soll ein Investor gefunden werden, der FarmInsect eine Zukunft sichert. Das Unternehmen setzt auf ein wachsendes Interesse an alternativen Proteinquellen in der Tierernährung und hofft, diesen Trend langfristig nutzen zu können. Ob die Suche nach einem Geldgeber rechtzeitig erfolgreich ist, bleibt abzuwarten.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.