Die EGRO Mediengruppe aus Obertshausen hat den Kauf wesentlicher Teile des insolventen Druck- und Pressehauses Naumann aus Gelnhausen besiegelt. Der Übergang ist zum 1. April 2026 geplant. Rund 850 Mitarbeiter sind von der Transaktion betroffen.
Zur übernommenen Verlagssparte gehören alle verlegerischen Aktivitäten rund um Tageszeitungen und Wochenblattpublikationen, darunter die Gelnhäuser Neue Zeitung und der Mittelhessen-Bote. Ebenfalls Teil des Deals sind digitale Verlagsprodukte, die Digitalagentur dpn360 sowie der Druckvorstufen, Logistik und Zustellbereich. Ziel des Erwerbers ist die nahtlose Fortführung des Verlagsgeschäfts sowie der Erhalt nahezu aller betroffenen Arbeitsplatze.
Nicht in die Transaktion einbezogen sind der Bereich Lohndruck mit seinen externen Kunden sowie die Liegenschaften des Unternehmens. Für diese Bereiche wird weiterhin an einer Sanierungslösung gearbeitet.
Das Insolvenzverfahren hatte im März 2025 mit der Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung begonnen. Seit der formellen Verfahrenseröffnung am 1. Juni 2025 fungiert Rechtsanwalt Dr. Alexander Höpfner von der Kanzlei act Legal als Sachwalter. Die Sanierungsarbeit liegt in den Händen von Sebastian Netzel, Generalbevollmächtigter und Sanierungsexperte der Kanzlei Brinkmann und Partner.
Netzel bezeichnete den Verkauf als weiteren wichtigen Schritt im Sanierungsprozess der DPN-Gruppe. Bereits im Herbst 2025 waren für rund 100 Mitarbeiter des Elzet Verlags sowie der ZVG Distribution GmbH Lösungen gefunden worden. Nun folgt mit dem Verkauf an die EGRO Mediengruppe der nächste Meilenstein. Für die verbleibenden Teile des Unternehmens und deren Belegschaft sollen weitere Perspektiven erarbeitet werden.
Die EGRO Mediengruppe ist bislang vor allem als Spezialist fur Prospektverteilung bekannt und wagt mit dieser Übernahme den Schritt in das klassische Verlagsgeschaft.
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