Fr. 27. März. 2026

Die Hamburger Brauerei Landgang steckt in der Krise. Das Amtsgericht Hamburg hat Anfang März ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet und einen Insolvenzverwalter eingesetzt. Trotzdem zeigt sich das Team um Braumeister Sascha Bruns kämpferisch: „Hopfen und Malz sind noch lang nicht verloren“, erklärt Marketing-Chef Mitti.

Anders als bei vielen anderen Brauereien liegt die Ursache nicht in nachlassender Nachfrage. Explodierte Energie- und Rohstoffpreise haben dem Unternehmen finanziell schwer zugesetzt. Eine Weitergabe der Kosten an die Kunden kommt für das Team nicht infrage: Die Preise massiv anzuheben, sei gegenüber den Verbrauchern nicht vertretbar, die selbst mit weniger Geld auskommen müssten. Ohne das finanzielle Polster eines Großkonzerns bleibt wenig Spielraum.

Dabei hat sich Landgang seit der Gründung 2015 zu einer festen Größe in der norddeutschen Craft-Bier-Szene entwickelt. Die Brauerei im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld gilt als drittgrößte der Hansestadt und zieht mit kreativen Bierspezialitäten eine treue Fangemeinde an. In der Produktionshalle im Beerenweg werden bis zu zehn wechselnde Sorten frisch vom Fass ausgeschenkt, dazu laufen Brauereiführungen, Verkostungen und Spielabende weiter wie gewohnt.

Pikant ist der Zeitpunkt der Insolvenz: Erst im Sommer 2025 hatte Landgang die Kieler Kultbrauerei Lille übernommen, die damals selbst kurz vor dem Aus stand, und damit 30 Arbeitsplätze gerettet. Nun ist der einstige Retter selbst zum Sanierungsfall geworden.

Insgesamt 60 Mitarbeiter, die meisten davon in Teilzeit, hoffen auf eine erfolgreiche Restrukturierung. Der Insolvenzverwalter soll das Unternehmen neu aufstellen und einen Investor an Bord holen. Das Team bleibt zuversichtlich: „Uns gibt es seit zehn Jahren, und es wird uns auch in zehn Jahren noch geben.“

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