Sa. 13. Dez.. 2025

Eine seit Generationen bestehende Braustätte in Celle steht möglicherweise vor dem endgültigen Ende. Das Unternehmen, das weit über die Region hinaus für sein charaktervolles „Celler Bier“ bekannt ist, hat nach mehr als einem Jahrhundert Betrieb Insolvenz angemeldet. Damit droht der deutschen Bierlandschaft der Verlust einer Marke, die sich durch eine besonders schonende Herstellung und ein unverwechselbares Aroma von industriell gefertigten Bieren abhob.

Die Brauerei hebt seit jeher hervor, dass bei der Produktion bewusst auf stark erhitzende Verfahren und intensive Filtration verzichtet werde. Dieser Ansatz sollte gewährleisten, dass natürliche Bestandteile und Geschmacksnuancen erhalten bleiben. Doch trotz dieser handwerklichen Ausrichtung gelang es über viele Jahre nicht mehr, ausreichende Umsätze zu erzielen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist der Absatz seit rund zwei Jahrzehnten kontinuierlich eingebrochen. Eigene Veranstaltungen und lokale Initiativen konnten diese Entwicklung nicht stoppen.

Die finanzielle Lage ist inzwischen so angespannt, dass das Insolvenzgericht das Verfahren voraussichtlich zum 1. Februar 2026 eröffnen wird. Bis dahin übernimmt die Agentur für Arbeit die Lohnzahlungen. Parallel versucht das Unternehmen, seine bestehenden Vertriebskanäle zu stabilisieren und ein überarbeitetes Marketingkonzept umzusetzen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist jedoch ungewiss. Scheitern die Bemühungen, verschwindet nicht nur eine regionale Brautradition, sondern auch ein Stück lokaler Bierkultur.

Die Geschichte des Betriebs reicht bis ins Jahr 1893 zurück. Damals gründete Carl Betz im niedersächsischen Celle eine Farbebier-Brauerei, deren Produkte später auch in größeren Brauereien eingesetzt wurden, um dunklen Bieren ihre typische Färbung zu verleihen. Aus diesem handwerklichen Ursprung entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein Familienunternehmen, das nun vor einer ungewissen Zukunft steht.

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