Sa. 14. Feb.. 2026

Eine der ältesten Druckereien Thüringens steht vor einem tiefen Einschnitt. Die Wiedemannsche Druckerei aus Saalfeld, über Jahrhunderte gewachsen und eng mit der Porzellanbranche verflochten, muss sich einem Insolvenzverfahren stellen. Der Schritt ist die direkte Folge wirtschaftlicher Probleme im Mutterunternehmen, der Könitz Porzellan GmbH, von dem nahezu alle Aufträge abhingen.

Der Porzellanhersteller war durch einen andauernden Rechtsstreit in Frankreich finanziell unter Druck geraten. Eine dort verhängte Zahlung in erheblicher Höhe führte zu Kontenpfändungen, obwohl das Urteil nicht endgültig ist. Um weitere finanzielle Abflüsse zu verhindern, entschied sich die Geschäftsführung für ein Verfahren in Eigenverwaltung. Dieser Schritt riss die Druckerei mit in die Krise, da ihr Geschäft nahezu ausschließlich auf den Bestellungen der Porzellanmanufaktur beruhte.

Könitz zählt zu den bekanntesten deutschen Produzenten für individuell gestaltetes Porzellan und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Trotz der schwierigen Lage läuft die Produktion weiter. Das Unternehmen rechnet damit, den Rechtsstreit letztlich zu seinen Gunsten zu entscheiden und damit eine Grundlage für den Fortbestand zu schaffen.

Die Saalfelder Druckerei blickt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück: Seit dem 17. Jahrhundert werden dort Drucktechniken entwickelt und verfeinert. Nach zahlreichen Eigentümerwechseln spezialisierte sich der Betrieb dauerhaft auf den keramischen Buntdruck, der heute Becher, Geschirr und Werbeschilder ziert. Diese Spezialisierung machte die enge Bindung an Könitz sinnvoll – und zugleich riskant.

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat ein Sachwalter die Aufgabe übernommen, die wirtschaftliche Perspektive des Unternehmens zu prüfen. Ziel ist es, sowohl die Druckerei als auch das Mutterunternehmen langfristig zu sichern. Die kommenden Monate werden entscheidend sein: Das Ergebnis des französischen Verfahrens und die Möglichkeit einer erfolgreichen Restrukturierung bestimmen, ob beide Betriebe weitergeführt werden können.

Während die Zukunft unklar bleibt, hoffen die Beschäftigten darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert und ein Fortbestand ermöglicht wird.

Ein Gedanke zu „Traditionsdruckerei vor ungewisser Zukunft (20 Mitarbeiter)“
  1. Verdrehte Tatsachen – Fakt ist dass das Unternehmen zum dritten Mal seit 2022 in Insolvenz geht.
    Wer seine Lieferanten und Kunden nicht zahlt hat auf dem Markt NIX zu suchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert