Der Automobilzulieferer Plastic Manufacturing befindet sich in einer finanziellen Krise und hat Insolvenz angemeldet. Davon betroffen ist auch der Standort in Lüdenscheid, an dem rund 120 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Unternehmen, dessen Hauptsitz in Diepersdorf bei Nürnberg liegt, ist seit Jahren ein etablierter Produzent von Kunststoffteilen für die Automobilindustrie. Zu den wichtigsten Produkten zählen unter anderem Kühlergrills, Spiegelgehäuse und Lenkradverkleidungen, die an namhafte Fahrzeughersteller geliefert werden.
Ursachen der Insolvenz
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun ist der drastische Kostenanstieg in Kombination mit sinkender Nachfrage innerhalb der europäischen Automobilbranche der Hauptgrund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Während die Preise für Energie und Rohstoffe in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind, sind die Absatzzahlen in vielen Märkten deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung hat die ohnehin knappen Margen in der Zulieferindustrie weiter unter Druck gesetzt.
Neben dem Hauptstandort in Franken betrifft die Insolvenz auch die Werke in Oberlungwitz (Sachsen) und Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen). Insgesamt sind innerhalb der Unternehmensgruppe über 1.000 Arbeitsplätze von der Situation betroffen.
Sicherung des Geschäftsbetriebs
Aktuell arbeitet der Insolvenzverwalter daran, den Geschäftsbetrieb an allen Standorten aufrechtzuerhalten. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien für zunächst zwei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Diese Maßnahme verschaffe dem Unternehmen „die notwendige Luft, um die Lage zu stabilisieren und mögliche Sanierungsoptionen zu prüfen“, so Böhm.
Parallel dazu werden Gespräche mit Kunden und Lieferanten geführt, um eine Fortführung der Produktion zu ermöglichen. Ziel sei es, das Vertrauen der Auftraggeber zu erhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um den Betrieb langfristig zu sichern.