Ein traditionsreiches Unternehmen aus Albstadt steht vor einer ungewissen Zukunft: Der Maschinenbauer Mayer & Cie., bekannt als führender Anbieter von Rundstrickmaschinen, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Rund 350 Arbeitsplätze sind betroffen.
Das Familienunternehmen existiert seit mehr als 120 Jahren und gilt international als wichtiger Ausrüster der Textilindustrie. Neben Strickmaschinen stellt es auch Flechtmaschinen her, die in Bereichen wie Automobilbau, Luftfahrt und Energie eingesetzt werden. Mehr als 90 Prozent der Produktion gehen ins Ausland, insbesondere nach China, Indien, Bangladesch und in die Türkei.
Die Geschäftsführung bleibt im Amt, erhält jedoch Unterstützung durch externe Sanierungsexperten. Das Amtsgericht Stuttgart bestellte zudem einen Sachverwalter, der die Interessen der Gläubiger überwacht. Das operative Geschäft soll zunächst ohne Unterbrechung weiterlaufen, die Belegschaft wird durch Insolvenzgeld abgesichert.
Die Ursachen der Krise reichen bis ins Jahr 2022 zurück. Schon damals ging die Nachfrage deutlich zurück, woraufhin Kurzarbeit eingeführt und Sonderzahlungen gestrichen wurden. Verschärft wurde die Lage durch globale Unsicherheiten, hohe Inflation sowie den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus Asien.
Trotz des Jubiläums im Sommer 2024 hatte die Unternehmensführung bereits auf die ernste Situation hingewiesen. Nun soll das Verfahren genutzt werden, um die Firma zu stabilisieren und eine langfristige Lösung zu finden. Ob dies gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, ob die internationalen Märkte wieder anziehen und Investoren Vertrauen in die Zukunft des Traditionsbetriebs setzen.