Die traditionsreiche Bäckerei Leifert aus Gifhorn hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Betroffen sind rund 220 Beschäftigte in insgesamt 40 Filialen. Das Amtsgericht Gifhorn hat dem Antrag der Geschäftsführung zugestimmt.
Trotz der schwierigen Lage soll der Betrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen. Die Mitarbeiter wurden informiert, ihre Gehälter sind für die kommenden Monate durch Insolvenzgeld abgesichert. Auch für die Kunden bleibt vorerst alles beim Alten: Filialen und Sortiment stehen weiterhin in gewohnter Form zur Verfügung.
Das Ziel des Verfahrens ist eine umfassende Sanierung. Die Geschäftsführung will das Unternehmen gemeinsam mit einem gerichtlich bestellten Sachverwalter und externen Beratern neu aufstellen. Die Verantwortung bleibt dabei weiterhin in den Händen der bisherigen Leitung.
Leifert blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1950 gegründet, entwickelte sich das Unternehmen vom regionalen Grundversorger in der Nachkriegszeit zu einer Kette mit mehreren Standorten in Niedersachsen. Bis heute wird die Firma als Familienbetrieb geführt.
Als Hauptursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt die Unternehmensführung die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Diese belasten die gesamte Bäckereibranche erheblich. Die anhaltend schwache Konjunktur verschärft die Lage zusätzlich. Mit dem jetzt gewählten Verfahren will Leifert die Grundlage für eine stabile Zukunft schaffen und die Arbeitsplätze erhalten.
Die Insolvenz der Bäckerei reiht sich in eine wachsende Zahl von Unternehmenspleiten ein. Besonders Betriebe mit hohem Energiebedarf geraten zunehmend unter Druck. Dennoch betont Geschäftsführer Nils Leifert, dass er die Sanierung als Chance sieht, das Traditionsunternehmen langfristig zu sichern.