So. 22. Feb.. 2026

Nach über neun Jahrzehnten Glasproduktion endet im November 2025 die Geschichte des Doering-Standorts in Radeburg. 120 Mitarbeiter verlieren dort ihre Arbeitsplätze. Das traditionsreiche Unternehmen befindet sich seit Mai in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung.

Ursprünglich war das Ziel, den Betrieb mit Unterstützung von Sanierungsexperten und einem vom Gericht bestellten Sachwalter langfristig neu auszurichten. Im Fokus standen dabei besonders die Segmente gebogenes Glas und Spezialglas. Trotz intensiver Investorensuche kam es jedoch zu keiner Übernahme. Geschäftsführer Swen Graf bestätigte, dass die Kündigungen ausgesprochen wurden und für viele Betroffene bereits neue berufliche Perspektiven in der Region gefunden werden konnten.

Die Gründe für die Krise sind vielfältig. Steigende Energie- und Materialkosten, unterbrochene Lieferketten und die angespannte Gesamtlage in Folge internationaler Konflikte belasteten die Branche erheblich. Als Hersteller von Flach-, Isolier- und Spezialglas ist Doering auf eine energieintensive Fertigung angewiesen, wodurch die stark gestiegenen Preise das Unternehmen besonders hart trafen.

Bis Ende Oktober soll die laufende Produktion noch fortgeführt und bestehende Aufträge abgearbeitet werden. Auch neue Bestellungen sind bis dahin weiterhin möglich. Zum Jahresende wird der Standort jedoch endgültig stillgelegt.

Während Radeburg aufgegeben wird, ruhen die Hoffnungen nun auf dem zweiten Werk in Berlin mit rund 50 Beschäftigten. Hier läuft das Investorenverfahren weiter. Das Management ist zuversichtlich, für diesen Betrieb eine tragfähige Lösung zu finden und die Spezialisierung auf innovative Glaslösungen im Bereich Bau und Immobilien fortzuführen.

Doering Glass gilt seit 1933 als zuverlässiger Partner der Branche. Trotz der aktuellen Schließung bleibt das Ziel der Geschäftsführung, das Unternehmen in Teilen zu erhalten und die Marke auf die Zukunft auszurichten.

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