So. 22. Feb.. 2026

Die traditionsreiche Sande Stahlguss GmbH aus Friesland hat beim Amtsgericht Wilhelmshaven Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde Anfang September eröffnet, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Bremer Rechtsanwalt Dr. Christian Kaufmann. Der Betrieb läuft derzeit weiter, sodass Kunden weiterhin beliefert werden können.

Das Unternehmen, das seine Wurzeln in den 1930er-Jahren hat und seit 1947 in heutiger Form besteht, zählt zu den führenden Anbietern von Spezialteilen aus Stahlguss. Produziert werden jährlich mehrere tausend Tonnen maßgeschneiderter Bauteile für Energieanlagen, den Maschinenbau und den Schiffsbau. Mit Einzelanfertigungen von bis zu mehreren Dutzend Tonnen Gewicht genießt die Gießerei seit Jahrzehnten einen guten Ruf in Europa und beliefert auch internationale Auftraggeber.

Die aktuelle wirtschaftliche Schieflage ist nach Angaben der Geschäftsführung auf stark steigende Energiekosten, Auftragsverschiebungen und ein schwaches Branchenumfeld zurückzuführen. Wie viele andere Betriebe der Gießereibranche kämpft Sande Stahlguss mit hohen Produktionskosten und einem schwierigen Marktumfeld, das sich bereits seit längerer Zeit abzeichnet.

Von der Insolvenz sind rund 200 Beschäftigte betroffen. Ihre Löhne sind für die kommenden drei Monate durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert. Auf einer Mitarbeiterversammlung informierten Unternehmensleitung, Insolvenzverwalter und Gewerkschaftsvertreter über den aktuellen Stand. Parallel arbeitet das Team des Insolvenzverwalters an einer Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sowie an einem möglichen Investorenprozess.

Ziel der nächsten Wochen ist es, die wirtschaftliche Lage umfassend zu prüfen und Chancen für eine Fortführung zu ermitteln. Ob ein Investor gefunden wird oder eine Sanierung gelingt, ist derzeit offen. Sicher ist nur, dass die traditionsreiche Gießerei an einem entscheidenden Wendepunkt steht – und mit ihr die Zukunft von 200 Arbeitsplätzen in der Region.

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