Der Verpackungsproduzent Treofan mit Sitz in Neunkirchen steckt in einer schweren finanziellen Schieflage. Nachdem Löhne nicht mehr ausgezahlt und der Betrieb am größten Werk stillgelegt worden war, entschied sich das Unternehmen für ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Das Management begründet den Schritt mit massiven Auftragseinbrüchen und anhaltenden Verlusten seit dem Geschäftsjahr 2023/24. Der Rückgang der Nachfrage habe die wirtschaftliche Basis des Unternehmens deutlich geschwächt und eine Fortführung ohne Sanierung unmöglich gemacht.
Besonders deutlich wurde die Krise Anfang September: Beschäftigte warteten vergeblich auf ihr Augustgehalt, und am Standort in Neunkirchen wurde der Strom abgeschaltet. Die Produktionshallen blieben geschlossen, die Belegschaft wurde freigestellt.
Mit dem eingeleiteten Verfahren soll nun Zeit gewonnen werden, um den Fortbestand des Unternehmens zu prüfen. Der vorläufige Sachwalter Lucas Flöther sieht darin die Chance, kurzfristig wieder Handlungsspielraum zu gewinnen. Bis Ende Oktober sei eine gewisse Stabilität gewährleistet.
Für die rund 500 Angestellten bedeutet die Insolvenz zwar eine unklare Zukunft, ihre Gehälter sind jedoch für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert. Damit ist zumindest die unmittelbare Existenzsicherung der Beschäftigten gewährleistet.
Die kommenden Wochen entscheiden, ob für Treofan ein tragfähiger Sanierungsplan entwickelt werden kann oder ob das traditionsreiche Unternehmen seine Tätigkeit dauerhaft einstellen muss.