Fr. 13. Feb.. 2026

Die in Graz ansässige myWorld International AG steht vor dem wirtschaftlichen Aus. Das international tätige Unternehmen mit insgesamt 116 Beschäftigten hat Insolvenz angemeldet. Nach Angaben der Gläubigerschutzverbände beläuft sich die Zahl der Gläubiger auf über 2.000. Die Abwicklung erfolgt unter externer Verwaltung, ein Sanierungsverfahren in Eigenregie ist nicht vorgesehen.

myWorld betrieb eine globale Onlineplattform, auf der Kunden durch ein Abomodell Zugang zu Rabatten bei verschiedenen Händlern wie Adobe, AliExpress oder Shop Apotheke erhielten. Unternehmen zahlten Gebühren, um auf der Plattform gelistet zu werden, während Konsumenten beim Einkauf sogenannte Cashback-Vorteile und Shopping-Punkte erhielten. In der Vergangenheit firmierte das Unternehmen auch unter dem Namen Lyoness.

Der wirtschaftliche Einbruch soll laut Angaben der Gläubigerverbände vor allem auf das veränderte Kaufverhalten der Kunden zurückzuführen sein. Bereits früher hatte das Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, konnte diese jedoch durch Umstrukturierungen und Kapitalzuflüsse zunächst überwinden. Der nun erfolgte Schritt in die Insolvenz wurde nach einer ergebnislosen Investorensuche unumgänglich.

Die aktuelle Schuldenlast wird mit rund 22,7 Millionen Euro beziffert. Davon entfallen etwa fünf Millionen Euro auf noch nicht eingelöste Gutscheine von Kunden. Zudem laufen Verfahren wegen weiterer Steuerforderungen, die sich auf über 50 Millionen Euro belaufen sollen – diese sind allerdings noch nicht rechtskräftig.

Trotz der finanziellen Lage beabsichtigt das Unternehmen, den Geschäftsbetrieb in abgespeckter Form fortzuführen. Geplant ist ein Neustart mit deutlich reduzierter Personaldecke. Ein Sanierungsplan liegt bereits vor und sieht eine Rückzahlung von 20 Prozent der Schulden innerhalb von zwei Jahren vor.

Die myWorld-Gruppe betreibt ihr Geschäft über ein komplexes Netz aus über 40 Auslandstöchtern sowie einer österreichischen Tochtergesellschaft. Die Restrukturierung soll nun die Grundlage für einen möglichen Investoreneinstieg schaffen – entsprechende Gespräche laufen weiter.

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