Ein süddeutscher Traditionsbetrieb hat den Kampf ums Überleben verloren. Die Endress Motorgeräte GmbH aus Stuttgart sowie die Endress Bayern GmbH aus München haben Anfang März beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzanträge gestellt. Für 260 Beschäftigte an 20 Standorten in Süddeutschland ist die Lage nun ungewiss.
Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte Firmengründer Hans Endress im Schwarzwald den Grundstein, indem er Kettensägen vertrieb. Über die Jahrzehnte wuchs daraus ein Fachhandelsnetzwerk für Forst- und Gartentechnik mit Filialen, Werkstätten und einem Onlineshop. Im Sortiment finden sich Produkte namhafter Hersteller wie Stihl, Husqvarna, John Deere und Honda.
Seniorchef Ulrich Endress bezeichnete den Insolvenzantrag als den schmerzlichsten Moment in der Firmengeschichte. Trotz mehr als einjähriger Bemühungen, das Unternehmen zu retten, blieb der Erfolg aus. Als Hauptursache nennt er den massiven Preisdruck durch chinesische Anbieter, die den Markt mit günstigen Akkugeräten fluten. Dem habe der Mittelständler schlicht nichts entgegensetzen können.
Neben dem Konkurrenzdruck aus Fernost verschärften weitere Faktoren die Lage. Volle Lager bei gleichzeitig schwacher Nachfrage und eine anhaltend träge Konjunktur zermürbten das Unternehmen finanziell. Auch Warenrücknahmen einzelner Lieferanten konnten die Situation nicht nachhaltig verbessern.
Nun richtet sich der Blick auf die Zukunft der verbliebenen Standorte, darunter Filialen in Ulm, Nürnberg, Weilheim und Schwäbisch Hall. Ulrich Endress hofft, dass zumindest die wirtschaftlich stabilsten Niederlassungen erhalten bleiben. Die betroffenen Mitarbeiter wurden bereits informiert und erhalten für drei Monate Insolvenzgeld in Höhe ihrer jeweiligen Nettolöhne.
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