Fr. 13. Feb.. 2026

Das traditionsreiche Rosenheimer Unternehmen Kathrein hat für mehrere seiner Kerngesellschaften Insolvenz beantragt. Betroffen sind die Kathrein SE, die Kathrein Electronics GmbH sowie die Kathrein Digital Systems GmbH. Das Amtsgericht Rosenheim bestellte Rechtsanwalt Michael Verken von der Kanzlei Anchor zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Ursachen und Hintergrund

Die einst weltweit führende Marke im Antennen- und Satellitenbau stand bereits seit Jahren unter hohem wirtschaftlichem Druck. Schon 2018 befand sich das Unternehmen in einer schweren Krise und veräußerte unter anderem die Mobilfunkantennensparte an Ericsson. Auch andere Geschäftsbereiche wie Autoantennen oder Elektronikfertigung wurden abgestoßen. Trotz dieser Maßnahmen blieb die finanzielle Lage angespannt.

Zuletzt führten die geopolitischen Unsicherheiten sowie rückläufige Umsätze im Ausland zu weiteren Belastungen. Zusätzlich wirken sich Restrukturierungskosten aus früheren Jahren weiterhin negativ auf die Ergebnisse aus.

Perspektive und Investorensuche

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat in den vergangenen Tagen Gespräche mit Belegschaft, Kunden und Partnern geführt, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Die Suche nach Investoren soll kurzfristig starten. Nach Angaben von Verken liegen erste Interessensbekundungen bereits vor, und auch von Kundenseite besteht Bereitschaft, die Weiterführung der Gesellschaften zu unterstützen.

Das Unternehmen verfügt weiterhin über ein breites technisches Portfolio – von Hochfrequenz- und Rundfunktechnik über Netzwerktechnik bis hin zu digitalen Empfangssystemen und Lösungen im Bereich Elektromobilität. Entwicklung und Service sind überwiegend in Deutschland angesiedelt, ergänzt durch internationale Tochtergesellschaften.

Folgen für Beschäftigte

Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst regulär weiter. Für die Belegschaft ist die Auszahlung der Löhne durch Insolvenzgeld gesichert. Insgesamt sind von den aktuellen Verfahren schätzungsweise 200 Mitarbeiter betroffen. Parallel dazu wurde auch für die Kathrein Sachsen GmbH ein separates Insolvenzverfahren eröffnet.

Ausblick

Ob es gelingt, einen langfristigen Investor für die Traditionsmarke zu gewinnen, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass eine zügige Lösung notwendig ist, um die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze zu sichern.

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