In Haltern am See steht ein Küchenstudio kurz vor dem endgültigen Aus. Der Betrieb der Manufaktur Rahn Küchen und Wohnen GmbH wurde eingestellt, die Abwicklung läuft über ein Insolvenzverfahren, das am Amtsgericht Essen vorbereitet wird. Eine Rettung des Unternehmens durch Sanierung ist nicht vorgesehen.
Das Unternehmen, das im Januar 2021 während der Corona-Zeit mit einem auf individuelle Küchenplanung ausgerichteten Konzept an den Start ging, hatte sich ambitioniert in der Innenstadt von Haltern angesiedelt. Die Küchen wurden von einem Markenhersteller bezogen und von firmeneigenen Schreinern angepasst – ein Ansatz, der zunächst auf positive Resonanz stieß.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen viele Einzelhändler in den letzten Jahren zu kämpfen hatten, machten auch vor diesem Unternehmen nicht halt. Durch verspätete Eröffnung wegen der Pandemie, unterbrochene Lieferketten und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts geriet das Studio zunehmend unter Druck. Zusätzlich belasteten krankheitsbedingte Personalausfälle sowie unzuverlässige externe Dienstleister den laufenden Betrieb. Verhandlungen mit potenziellen Investoren blieben erfolglos.
Laut der eingesetzten Insolvenzverwalterin Frauke Heier war zuletzt nur noch der Geschäftsführer gemeinsam mit einer Mitarbeiterin aktiv im Betrieb. Damit betrifft die Insolvenz formal nur zwei Beschäftigte – dennoch zieht die Entwicklung größere Kreise: Rund 20 Kunden hatten bereits Aufträge erteilt und zum Teil Anzahlungen geleistet. Diese Aufträge können nicht mehr erfüllt werden.
Betroffene Kunden wurden laut Insolvenzverwalterin darüber informiert, dass sie ihre Forderungen nach offizieller Verfahrenseröffnung zur Insolvenztabelle anmelden können. Ob diese vollständig entschädigt werden, ist jedoch ungewiss. Die Website des Unternehmens ist bereits abgeschaltet.
Mit der Insolvenz dieses Küchenstudios reiht sich ein weiterer Fall in die wachsende Zahl von Unternehmenspleiten in Nordrhein-Westfalen ein – ein Trend, der laut Landesstatistik aktuell den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt erreicht hat. Besonders der Einzelhandel steht unter massivem Druck.