Das Augsburger Unternehmen ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH hat Insolvenz angemeldet. Ausschlaggebend war das Scheitern einer geplanten Zwischenfinanzierung, die eine erhebliche Liquiditätslücke hinterließ und den Gang zum Insolvenzgericht unausweichlich machte. Der Schritt kommt vor dem Hintergrund eines seit Jahren anhaltenden Strukturwandels in der Druckbranche, der viele Betriebe durch Preisdruck sowie gestiegene Kosten für Energie, Papier und Logistik unter Druck setzt.
Rund 100 Beschäftigte sind von der Insolvenz betroffen. Ihre Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld für zunächst drei Monate abgesichert. Der Betrieb läuft derweil uneingeschränkt weiter.
Georg Jakob Stemshorn, der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde, betont, dass die Arbeit an einer Zukunftslösung bereits begonnen hat. Im Mittelpunkt stehen derzeit die Analyse der Auftrags und Kostenstruktur sowie Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Finanzierungspartnern. Daneben wird ein Investorenprozess vorbereitet, um geeignete Partner für eine Fortführung des Betriebs zu finden.
Geschäftsführer Alexander Hetzger zeigt sich trotz der schwierigen Lage zuversichtlich. Er verweist auf gewachsene Kundenbeziehungen, ein erfahrenes Belegschaft und ein breites Leistungsportfolio als Grundlage für eine nachhaltige Lösung.
Das Unternehmen mit Sitz im Augsburger Stadtteil Lechhausen blickt auf eine mehr als 175-jährige Geschichte zurück und ist auf Kataloge, Magazine, Mailings sowie Werbesendungen spezialisiert. Andere Gesellschaften, die unter der gemeinsamen Dachmarke „ADV Schoder – Druck verbindet“ auftreten, sind rechtlich eigenständig und vom Insolvenzverfahren nicht betroffen. Das gilt sowohl für die ADV Mediendienste GmbH als auch für die Franz Schoder Druck GmbH & Co. KG in Gersthofen.
Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.