Der Thüringer Porzellanhersteller Kahla steckt erneut in der Insolvenz. Geschäftsführer Daniel Jeschonowski informierte die 120 Beschäftigten in einer Betriebsversammlung über den Insolvenzantrag, der bereits Ende Februar beim zuständigen Gericht eingereicht wurde.
Als Ursachen nennt das Unternehmen eine schwächer als erwartete Auftragslage sowie ausgeprägte Kaufzurückhaltung im Gastronomiebereich. Verschärft wird die Lage durch weiter steigende Energiekosten, die unter anderem auf den Krieg im Nahen Osten zurückgeführt werden.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Thomas Jacobs betonte, dass die Produktion uneingeschränkt fortgesetzt werde und neue Aufträge weiterhin angenommen werden. Ziel sei eine grundlegende Neuaufstellung des Betriebs. Die Gehälter der Mitarbeiter sind während des Verfahrens durch das gesetzliche Insolvenzgeld gesichert.
Für Kahla ist es nicht die erste Krise dieser Art. Bereits im März 2020 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden, damals ausgelöst durch ein gescheitertes Großprojekt. Jeschonowski übernahm den Betrieb wenig später und führte ihn mit damals rund 250 Mitarbeitern weiter. Anfang 2023 drohte ein erneuter Produktionsstopp, nachdem sich der Gaspreis infolge der Energiekrise drastisch erhöht hatte. Nur durch die kurzfristige Suche nach einem neuen Gaslieferanten konnte der Betrieb aufrechterhalten werden.
Ob die Traditionsmanufaktur diesmal einen tragfähigen Neustart schafft, bleibt abzuwarten.
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