Fr. 27. März. 2026

Der fränkische Spielzeugproduzent Franz Schneider GmbH & Co. KG steckt in der Krise. Das Amtsgericht Coburg stimmte am 19. Februar einer vorläufigen Insolvenz in Eigenverwaltung zu. Am Firmensitz in Neustadt bei Coburg sind 120 Arbeitsplatze betroffen.

Das 1938 gegründete Unternehmen ist vor allem für seine Marke Rolly Toys bekannt. Darunter werden jährlich rund 250.000 Kinderfahrzeuge produziert und weltweit verkauft, hauptsächlich Traktoren und Anhänger nach dem Vorbild bekannter Hersteller wie John Deere oder Fendt. Seit der Übernahme der Nürnberger Traditionsmarke Ferbedo im Jahr 2020 gehören auch Gokarts und Rutscherfahrzeuge zum Sortiment.

Geschäftsführer Frank Schneider verbleibt in seiner Position. Als Sachwalter fungiert Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck und Partner, während Michael Wirth von der Kanzlei Dr. Schmitt und Kollegen als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. Ziel ist die Sanierung und Fortführung des Betriebs.

Die wirtschaftlichen Probleme reichen einige Jahre zurück. Während der Coronapandemie lief das Geschäft noch sehr gut. Mit dem Beginn des Ukrainekriegs stiegen jedoch die Energie und Rohstoffpreise erheblich an, was die Ertragslage stark belastete. Obwohl sich die Umsätze 2024 zunächst stabilisierten, verschlechterte sich die Lage erneut. Der zweitgroßte Kunde des Unternehmens zog sich zurück, zusätzlich wirkten sich US Importzölle negativ auf das Geschäft aus.

Die Insolvenz von Franz Schneider reiht sich in eine schwierige Phase für die gesamte Spielwarenbranche ein. Der Händler Rofu meldete im Januar Insolvenz an, und das Playmobil Werk in Dietenhofen soll geschlossen werden. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Der fränkische Spielwarenhersteller Haba durchlief 2023 ebenfalls ein Insolvenzverfahren und konnte dieses erfolgreich abschließen. Ein ähnlicher Ausgang ist auch für Franz Schneider das erklärte Ziel.

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