Fr. 27. März. 2026

Die Abtenauer Bergbahnen im Salzburger Land stehen vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Schulden von rund 4,29 Millionen Euro stehen Vermögenswerten von lediglich 755.000 Euro gegenüber. Das Landgericht Salzburg hat daraufhin am 26. Februar ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Hintergrund der Krise ist eine Kombination aus schlechter Wintersaison und massiven Baukostenproblemen. Wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Bau eines Speicherteichs, der für den Betrieb der Schneekanonen erforderlich ist, gerieten die Bergbahnen zunehmend in Bedrängnis. Der vergangene Winter ließ nur einen eingeschränkten Betrieb zu, was die Einnahmen erheblich schmälerte. Ski und Rodelbahn sind inzwischen stillgelegt.

Damit reihen sich die Abtenauer Bergbahnen in einen besorgniserregenden Trend ein. Schneearme Winter zwingen Skigebiete zu kostenintensiver Kunstbeschneiung, was die Preise für Skipässe in die Höhe treibt und immer mehr Wintersportler abschreckt. Für viele kleinere Betreiber wird dieses Geschäftsmodell zunehmend unlukrativ.

Walter Pendl, einer der Verantwortlichen, kommentierte den Schritt zur Insolvenzanmeldung knapp: „Leider ging es nicht mehr anders, wir mussten handeln.“

Dennoch ist das Ende der Abtenauer Bergbahnen nicht besiegelt. Das Unternehmen, das die Karkogelbahn bereits seit 1962 betreibt, soll im Rahmen eines Sanierungsplans entschuldet und fortgeführt werden. Die Finanzierung ist dabei aus mehreren Quellen geplant: laufende Betriebserträge, die Verwertung nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte sowie gegebenenfalls Unterstützung durch Dritte.

Ob die Sanierung gelingt, bleibt abzuwarten. Die strukturellen Herausforderungen für Skigebiete in mittleren Lagen dürften auch künftig bestehen bleiben.

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