Fr. 27. März. 2026

Der Offenbacher Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed steckt in der Krise. Das Traditionsunternehmen hat ein Schutzschirmverfahren eingeleitet, bei dem die Geschäftsführung die Sanierung eigenverantwortlich steuern darf. Fast 750 Arbeitsplätze sind dadurch gefährdet.

Auslöser der Schieflage sind massive finanzielle Verluste und ein eingebrochenes Auslandsgeschäft. Allein 2025 summierte sich das Minus auf rund 43 Millionen Euro. Besonders schwer wiegt der Rückgang im chinesischen Markt, der einst fast 40 Prozent des Umsatzes ausmachte und nun weitgehend weggebrochen ist.

Trotz der Insolvenz bleibt Geschäftsführer Mirko Kern im Amt. Externe Sanierungsspezialisten unterstützen ihn dabei, einen Rettungsplan zu erarbeiten und den laufenden Betrieb zu sichern. Kern appellierte bereits an Betriebsrat und Gewerkschaften, den notwendigen Umbau gemeinsam zu gestalten. Klar ist jedoch: Ein erheblicher Teil der Stellen wird wegfallen. Ziel sei ein verkleinertes, aber wieder rentables Unternehmen.

Auch der britische Mutterkonzern Langley Holdings zieht eine klare Grenze. Konzernchef Anthony Langley erklärte, die Lage sei nicht länger tragbar. Obwohl der Konzern konzernweit einen Vorsteuergewinn von rund 152 Millionen Euro erzielte, will er die Verluste der Drucksparte künftig nicht mehr ausgleichen.

Der Fall Manroland reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein. Das Statistische Bundesamt zählte für 2025 insgesamt mehr als 24.000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, ein Anstieg von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schon in den beiden Jahren zuvor hatte die Zahl der Firmenpleiten jeweils um mehr als 20 Prozent zugelegt. Besonders häufig betroffen sind das Baugewerbe, die Logistikbranche sowie das Gastgewerbe.

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