Fr. 27. März. 2026

Der Offenbacher Druckmaschinenspezialist Manroland Sheetfed steckt in der Krise. Ende Februar stellte das Unternehmen beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Rund 748 Beschäftigte am Standort Offenbach sind von der Entwicklung betroffen.

Manroland gehört zu den traditionsreichsten Herstellern von Bogenoffsetdruckmaschinen weltweit. Solche Maschinen werden für die Produktion von Verpackungen, Magazinen und Werbemitteln eingesetzt. Das Unternehmen wurde 1871 gegründet und beschäftigt weltweit rund 1.500 Mitarbeiter.

Verluste und Strukturwandel als Auslöser

Im Geschäftsjahr 2025 häuften sich Verluste von 43,2 Millionen Euro an. Gleichzeitig kämpft die gesamte Druckmaschinenbranche seit Jahren mit sinkender Nachfrage. Digitalisierung, rückläufige Auflagen und harter Wettbewerb belasten das Kerngeschäft erheblich.

Besonders schwerwiegend ist der Zusammenbruch des China-Geschäfts. Früher entfielen etwa 40 Prozent der Neuverkäufe auf den chinesischen Markt. Dieser Absatzkanal ist nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden inzwischen nahezu vollständig weggefallen. Kritisiert wird auch, dass das Unternehmen andere Wachstumsmärkte wie Indien über Jahre zu wenig erschlossen hat. Seit Dezember 2024 befindet sich ein Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit.

Stellenabbau kaum zu vermeiden

Geschäftsführer Mirko Kern machte deutlich, dass der Sanierungsprozess mit einem erheblichen Personalabbau verbunden sein wird. Ziel sei es, das Unternehmen in verkleinertem Umfang wieder profitabel aufzustellen. Die Restrukturierungsexperten Arndt Geiwitz und Peter Fissenewert sollen gemeinsam mit der Geschäftsleitung einen Sanierungsplan erarbeiten.

Beim Schutzschirmverfahren bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und arbeitet mit Sanierungsspezialisten an einem Konzept zur Stabilisierung des Betriebs.

Keine neue Erfahrung mit Insolvenz

Viele Mitarbeiter erinnern sich an die Krise von 2011, als die damalige Manroland AG Insolvenz anmeldete. Der Bogenoffsetbereich wurde daraufhin ausgegliedert und 2012 als Manroland Sheetfed von der britischen Industrieholding Langley Holdings übernommen. Der Mutterkonzern unterstützte den Standort Offenbach jahrelang finanziell, war jedoch nicht bereit, die anhaltenden Verluste dauerhaft zu tragen.

Die IG Metall fordert nun ein tragfähiges Zukunftskonzept. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke sprach von einer extrem belastenden Situation für die Beschäftigten und sicherte die Unterstützung der Stadt zu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert