Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) steckt in der Zahlungsunfähigkeit. Beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg wurde ein Insolvenzantrag eingereicht. Als Ursache nennen der Verband und die beauftragte Kanzlei ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Einerseits habe die schwache Konjunktur die E-Mobilitätsbranche unter Druck gesetzt und dem Verband zunehmend geschadet. Andererseits sorgten interne Konflikte für Unruhe unter den Mitgliedern. Die Folgen waren Austritte, Kündigungen und ausbleibende Beitragszahlungen. Die Finanzlage des BEM verschlechterte sich dadurch so stark, dass zuletzt eine bilanzielle Überschuldung mit negativer Fortführungsprognose festgestellt wurde. Der Vorstand sah sich daraufhin zur Einreichung des Insolvenzantrags gezwungen. In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es, der Schritt sei rechtlich unvermeidbar gewesen, wenngleich man ihn bedauere.
Das Amtsgericht hat den Berliner Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er ist befugt, Bankguthaben und Forderungen des Verbands einzuziehen sowie Sonderkonten zu eröffnen. Zudem darf er sich einen vollständigen Überblick über die Vermögenslage verschaffen. Der BEM-Vorstand, bestehend aus Markus Emmert und Christian Heep, kann ohne Zustimmung des Verwalters nicht mehr eigenständig über das Vereinsvermögen verfügen.
Dem BEM gehören nach eigenen Angaben rund 450 Mitglieder an, darunter Wallbox-Hersteller, Fahrzeugproduzenten, Energiemanagementanbieter sowie Städte und Kommunen. Welche konkreten Folgen die Insolvenz für die Mitglieder haben wird, ist bislang unklar. Das Münchner Unternehmen GridX, selbst BEM-Mitglied, erklärte, die Nachricht sei bedauerlich, habe jedoch keine finanziellen Auswirkungen auf das eigene Geschäft.