Fr. 30. Jan.. 2026

Der Münchner Membranspezialist Sympatex Technologies GmbH hat im Januar 2026 Insolvenz beantragt. Das zuständige Amtsgericht ordnete kurz darauf die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Trotz der finanziellen Krise setzt das Unternehmen seine operative Tätigkeit zunächst fort. Ziel ist es, den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und Perspektiven für eine Sanierung zu prüfen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde ein externer Rechtsanwalt bestellt, der sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage verschafft. Parallel dazu hat auch die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding GmbH einen Insolvenzantrag gestellt. Die rund 70 Beschäftigten wurden über die Situation informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind bis Ende März 2026 durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Als Auslöser für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen anhaltende wirtschaftliche Belastungen, die letztlich zu einer Zahlungsunfähigkeit geführt haben. Nach Angaben der Geschäftsführung konnten die bestehenden Herausforderungen zuletzt nicht mehr allein durch das operative Geschäft ausgeglichen werden. Das Insolvenzverfahren soll nun den Rahmen für eine geordnete Restrukturierung schaffen.

In den vergangenen Jahren war Sympatex wiederholt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen frühere Eigentümer und weitere Beteiligte im Zusammenhang mit einer Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2013. Die Verfahren betreffen mögliche Straftaten wie Betrug und Marktmanipulation. Nach aktuellem Stand besteht jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen diesen Ermittlungen und der nun eingetretenen Insolvenz.

Sympatex entwickelt seit Mitte der 1980er-Jahre funktionale Membranen für Sport-, Outdoor- und Berufsbekleidung sowie für technische Anwendungen. Die Produkte basieren auf porenfreier Membrantechnologie aus Polyester und sind vollständig PFAS-frei. Damit positioniert sich das Unternehmen in einem Marktumfeld, das zunehmend von regulatorischen Vorgaben und Nachhaltigkeitsanforderungen geprägt ist. Die Membranen gelten als wasser- und winddicht, zugleich atmungsaktiv und elastisch. Ein Schwerpunkt liegt auf recyclingfähigen Materialkonzepten.

Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sehen Insolvenzverwalter und Geschäftsführung grundsätzlich Chancen für einen Neustart. Die technologische Kompetenz, das spezialisierte Know-how der Belegschaft und die bestehende Marktposition gelten als zentrale Stärken. Das Verfahren soll genutzt werden, um das Unternehmen neu aufzustellen und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.

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