Fr. 13. Feb.. 2026

Ein regionaler Safthersteller aus Schwäbisch Hall zieht den Schlussstrich: Hohenloher Fruchtsäfte stellt den Betrieb ein. Die seit Wochen laufende Suche nach Kapitalgebern blieb ohne Erfolg, damit endet eine mehr als 70-jährige Firmengeschichte.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind ein erheblicher Investitionsstau und stark gestiegene Kosten, insbesondere bei Äpfeln. Seit Mai 2025 lief ein vorläufiges Insolvenzverfahren, begleitet von intensiven Gesprächen mit Interessenten. Diese führten zu keiner tragfähigen Lösung, wie die Unternehmensleitung bestätigte.

Die Folgen sind gravierend: 24 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. In den kommenden Monaten werden die vorhandenen Bestände noch verkauft. Ein Teil der Belegschaft wechselt in den Ruhestand. Für die übrigen rechnet die Leitung mit Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da viele über eine solide Qualifikation verfügen.

Das Unternehmen wurde 1953 von Rudolf Heller Senior gegründet. Von Beginn an standen Säfte und Nektare aus Obst regionaler Streuobstwiesen im Mittelpunkt. Wachstumsschritte waren eine neue Lagerhalle in den 1970er-Jahren und ein eigener Getränkemarkt ab 2000. Marktschocks wie die frostbedingte Erntekrise 2017 beeinträchtigten das Geschäft spürbar. 2024 übernahm Teresa Heller die Führung in dritter Generation.

Zusätzlicher Druck entstand aus der Rohstoffbasis: Ernteschwankungen bei Apfelbäumen sind üblich, häufig folgt auf ein starkes Jahr ein schwächeres. Zugleich werden immer weniger Streuobstwiesen bewirtschaftet. Viele Flächen hängen an älteren Bewirtschaftern, die körperlich fordernde Arbeiten kaum dauerhaft leisten können. Jüngere Nachfolger fehlen oftmals, sodass manche Flächen brachliegen und Liefermengen sinken.

Mit der Schließung endet das Kapitel Hohenloher Fruchtsäfte. Die Abwicklung fokussiert auf den Verkauf der Restware und eine geordnete Beendigung der Arbeitsverhältnisse. Eine Fortführung unter neuem Eigentümer ist nach aktuellem Stand nicht mehr zu erwarten.

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