Beim Kreisverband Hof Stadt und Land der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden. Der Verband reagiert damit auf erhebliche finanzielle Belastungen, die vor allem durch den Bau einer neuen Großküche entstanden sind.
Die Investition in die Küche summierte sich auf über fünf Millionen Euro. Ursächlich für die Überschreitung der Kalkulation waren unter anderem gestiegene Baukosten während der Pandemie. Zudem wurde das ursprünglich geplante Auslastungsniveau nicht erreicht. Nach Aussage des Verbandes sind alle anderen Bereiche, darunter zwei Pflegeheime, ein ambulanter Pflegedienst und ein Kinderhort, wirtschaftlich stabil. Das jährliche Umsatzvolumen liegt bei circa 18 Millionen Euro.
Während des laufenden Verfahrens wird der Betrieb aller Einrichtungen ohne Einschränkungen fortgeführt. Für die Beschäftigten ist die Lohnzahlung zunächst bis Oktober gesichert. Ab November plant der Verband, die Gehälter wieder aus eigener Kraft zu zahlen. Als eine mögliche Lösung zur Bewältigung der Krise wird die Übergabe des Küchenbetriebs an einen externen Dienstleister geprüft.
Mit dem Antrag handelt der Wohlfahrtsverband präventiv, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und die Organisation langfristig zu erhalten.