Der Werkzeugbauer Horst Pfau GmbH aus Lößnitz hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Chemnitz ernannte daraufhin Christian Krönert von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Dessen Aufgabe ist es, die finanzielle Situation zu analysieren und tragfähige Lösungen für den Betrieb zu entwickeln.
Trotz der Krise läuft die Produktion weiterhin regulär. Laufende Aufträge werden abgearbeitet und ausgeliefert, neue Bestellungen sind nach wie vor möglich. Krönert zeigt sich grundsätzlich optimistisch und sieht reale Chancen für eine Unternehmensfortführung. Die langjährige Erfahrung im Werkzeugbau sowie die technische Spezialisierung des Familienbetriebs könnten potenzielle Investoren ansprechen. Denkbar ist sowohl der Einstieg eines Geldgebers als auch die Übernahme durch eine größere Unternehmensgruppe.
Das Unternehmen blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Gegründet wurde der Vorgängerbetrieb bereits 1914 unter dem Namen Emil Schwammekrug Werkzeugbaufabrik. Nach der Wiedervereinigung übernahm Ingenieur Horst Pfau Teile des Betriebs und führte diesen in privater Hand weiter. Seit 2007 leiten seine Töchter Silke Schmidt und Steffi Zimmer das Unternehmen. Aktuell sind rund 25 Mitarbeiter in Lößnitz beschäftigt. Ihre Gehälter sind über das Insolvenzgeld vorerst bis Ende April abgesichert.
Das Kerngeschäft umfasst die Entwicklung und Fertigung von Stanz und Umformwerkzeugen, die häufig individuell nach Kundenvorgaben hergestellt werden. Ein Großteil der Auftraggeber kommt aus der Automobilindustrie. Ergänzend dazu produziert der Betrieb in seiner Stanzerei Bauteile im Lohnauftrag für unterschiedliche Kunden.
Genau diese Abhängigkeit von der Automobilbranche wurde dem Unternehmen zum Verhängnis. Die anhaltende Konjunkturschwäche und der Rückgang neuer Fahrzeugmodelle führten dazu, dass Hersteller deutlich weniger Werkzeuge orderten. Für Horst Pfau bedeutete das einen spürbaren Einbruch bei Auftragseingang und Umsatz, der letztlich die Zahlungsunfähigkeit auslöste.