Di. 10. März. 2026

Der Kunststoffteile-Hersteller Boryszew Kunststofftechnik in Gardelegen hat Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde vor dem Amtsgericht Stendal eingeleitet; der Betrieb läuft nach wie vor weiter.

Laut Betriebsrat und Gewerkschaft führten rückläufige Aufträge sowie Engpässe bei Liquidität zu der Zahlungsunfähigkeit. Das Werk fertigt Spritzgussteile für Fahrzeuginnenräume; zu den Abnehmern zählt unter anderem der VW-Konzern. Beobachter kritisieren zudem, dass in den Standort zu wenig investiert worden sei und die Kundenauswahl zu einseitig auf die Automobilbranche ausgerichtet war.

Die rund 500 Mitarbeiter sind von der Entwicklung unmittelbar betroffen. Für die nächsten drei Monate sind die Löhne durch Insolvenzgeld gesichert. Auffällig ist, dass das Unternehmen erst Anfang 2024 Lohnerhöhungen gewährt hatte; das machte die Lage nicht dauerhaft stabil.

Die Insolvenz reiht sich in eine Reihe von Problemen bei Zulieferern ein: Rückgang der Produktion bei großen Autoherstellern, steigende Material- und Energiekosten sowie die notwendige Umstellung auf neue Technologien belasten viele Zulieferbetriebe. In der Region gab es bereits Werkschließungen und Personalabbau.

Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht einen externen Verwalter ein, der mit Firmenleitung und Betriebsrat Gespräche führt. Die Gewerkschaft will mit Unternehmensführung, Insolvenzverwalter und Hauptkunden mögliche Lösungen prüfen und ein Konzept für eine Weiterführung oder einen Neuanfang des Standorts erarbeiten. Ziel ist es, zumindest Teile der Produktion zu retten oder einen Investor zu finden.

Die Lage bleibt angespannt; konkrete Entscheidungen zur Zukunft des Werks stehen noch aus.

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