Die anhaltende Schwäche des Automarkts zwingt den Zulieferer Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) zu einem tiefen Schnitt: Das Unternehmen aus Waldkraiburg hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet, um sich bei laufendem Betrieb neu aufzustellen.

Der Antrag wurde beim Amtsgericht Mühldorf am Inn gestellt. Ziel ist eine Sanierung, die Produktion und Kundenbeziehungen sichert. Die Belegschaft wurde informiert; Löhne und Gehälter sind über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorerst abgesichert.

Zur SGF-Gruppe zählen neben drei deutschen Standorten Gesellschaften in Tschechien, den USA, Japan, China und Thailand. Diese Einheiten sind nicht Teil des Verfahrens. Für das laufende Jahr rechnet die Gruppe mit einem Umsatz von rund 110 Millionen Euro.

Als Hauptursache nennt die Geschäftsführung nicht die operative Leistungsfähigkeit, sondern die hohe Verschuldung und die dadurch belastete Kapitaldienstfähigkeit. Parallel zu den Marktverwerfungen der Branche hat SGF interne Maßnahmen angestoßen und sucht einen Investor, der das bestehende Potenzial ausbaut und die notwendige Finanzierung sicherstellt.

Das Gericht hat einen vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Investorenprozess soll bereits im vorläufigen Verfahren starten. Externe Berater unterstützen die Umsetzung des Sanierungsplans.

In der Belegschaft sorgt der Zeitpunkt der Bekanntgabe während der Ferienzeit für Unmut. Unabhängig davon bleibt das zentrale Ziel, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, Arbeitsplätze zu erhalten und die Entwicklung innovativer Produkte fortzusetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert