Der Hersteller mobiler Brech- und Siebanlagen Rockster Austria International GmbH mit Sitz in Sankt Florian hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das seit 2004 Maschinen zur Verarbeitung von Bauschutt und Gestein vertreibt, ist mit Verbindlichkeiten in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro überschuldet. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde beim Landesgericht Steyr eröffnet.
Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage sind vor allem die gestiegenen Material- und Energiekosten seit Beginn des Ukrainekriegs sowie der Rückzug aus dem russischen Markt infolge der Sanktionen. Auch die allgemeine Baukrise belastete die Auftragslage erheblich. Um die laufenden Kosten zu senken, wurde die Fertigung in Österreich vollständig eingestellt und auf Produktionsstätten in Bosnien und China verlagert.
Trotz dieser Maßnahmen blieb die erhoffte Markterholung aus. Der Absatz der Maschinen stagnierte, während die Schulden weiter anwuchsen. Mit weniger als 20 Beschäftigten am österreichischen Standort war eine Restrukturierung unter den gegebenen Umständen nicht mehr realistisch. Die Geschäftsführung sah sich gezwungen, den Gang zum Insolvenzgericht anzutreten.
Insgesamt sind 82 Gläubiger von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Im Rahmen des Sanierungsplans wird ihnen eine Rückzahlung von 20 Prozent ihrer Forderungen angeboten. Diese soll durch den Verkauf von Firmenwerten sowie durch mögliche Zuzahlungen des Gesellschafters abgesichert werden.
Parallel zum Verfahren laufen derzeit Gespräche über eine mögliche Übernahme. Ein potenzieller Interessent ist die RBG GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Ob daraus eine Rettung für Teile des Unternehmens hervorgeht, ist derzeit offen.
Die Insolvenz von Rockster Austria zeigt einmal mehr, wie stark exportorientierte Industriebetriebe unter geopolitischen Spannungen und der schwachen Baukonjunktur leiden. Ohne stabile Märkte und zuverlässige Absatzkanäle geraten selbst spezialisierte Mittelständler rasch in Existenznot.