Fr. 27. März. 2026

Der Werkzeugbauer Horst Pfau GmbH aus Lößnitz im Erzgebirge steckt in der Insolvenz. Das Amtsgericht Chemnitz hat Christian Krönert von der Kanzlei Schultze & Braun als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Er soll die finanzielle Situation des Unternehmens analysieren und Wege aus der Krise entwickeln.

Der Betrieb bleibt vorerst am Laufen. Laufende Aufträge werden weiter abgearbeitet, neue Bestellungen sind nach wie vor möglich. Die Gehälter der rund 25 Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld zunächst bis Ende April abgesichert.

Krönert sieht trotz der Krise reale Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. Die jahrzehntelange Erfahrung im Werkzeugbau sowie die technische Spezialisierung des Familienbetriebs könnten potenzielle Investoren ansprechen. Als Optionen kommen sowohl ein externer Geldgeber als auch eine Eingliederung in eine größere Unternehmensgruppe in Frage.

Die Geschichte des Betriebs reicht bis ins Jahr 1914 zurück. Damals wurde die Emil Schwammekrug Werkzeugbaufabrik gegründet. Nach der Wiedervereinigung übernahm Ingenieur Horst Pfau einen Teil des Betriebs und führte ihn in privater Hand weiter. Seit 2007 leiten seine Töchter Silke Schmidt und Steffi Zimmer das Unternehmen.

Das Kerngeschäft liegt in der Entwicklung und Fertigung von Stanz und Umformwerkzeugen, die häufig individuell nach Kundenvorgaben hergestellt werden. Dazu betreibt das Unternehmen eine eigene Stanzerei, in der Bauteile im Lohnauftrag produziert werden. Ein Großteil der Kunden stammt aus der Automobilindustrie.

Genau dort liegt auch der Ursprung der aktuellen Probleme. Die schwache Konjunktur und die angespannte Lage bei den Automobilzulieferern haben dazu geführt, dass weniger neue Fahrzeugmodelle und Produktserien auf den Markt kommen. Die Nachfrage nach neuen Werkzeugen ist dadurch spürbar zurückgegangen. Für Horst Pfau bedeutete das einen erheblichen Einbruch bei Auftragseingang und Umsatz, der das Unternehmen schließlich in die Zahlungsunfähigkeit trieb.

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